DEEN

ENTWICKLUNG UNTER BETEILIGUNG DER DBAG

2005

92

Mio. €

2008

145

Mio. €

Jahresumsatz von 92 Mio. € 2005 auf 145 Mio. € 2008 gesteigert

Internationalisierung des Vertriebs und Erschließung neuer Märkte

Ausbau des Service- und Systemgeschäfts

LEWA GMBH: TECHNOLOGISCHES POTENZIAL IN WACHSTUM UMSETZEN

Pumpen zählen zu den häufig unterschätzten Maschinen in der Industrie. Sie kommen überall dort zum Einsatz, wo Flüssigkeiten gefördert und dosiert werden müssen – in der Chemie-, Pharma- und Lebensmittelbranche genauso wie in der Öl- und Gasindustrie. In all diesen Märkten ist die LEWA GmbH als führender Hersteller von leistungsfähigen Dosier- und Prozessmembranpumpen und Pumpensystemen zu Hause. Zum Beispiel pumpen LEWA-Systeme an Förderstandorten für Mineralöl oder Erdgas rund um den Globus Fluide und Additive in bis zu 10.000 Meter Tiefe und helfen damit, Korrosion und das Einfrieren des Förderguts zu vermeiden. Auch im Zukunftsmarkt Energie und Umwelt spielen LEWA-Erzeugnisse eine entscheidende Rolle: Sie sind an der Produktion von Biokraftstoffen ebenso beteiligt wie an der Verpressung und dem Transport von CO2 in unterirdische Lager. Dabei müssen die Pumpen bzw. Systeme mit Drücken von bis zu 1.200 bar und Temperaturen von bis zu 150 Grad Celsius umgehen.

AUSGANGSLAGE

1952 als inhabergeführtes Ingenieurbüro gegründet, entwickelt, produziert und vertreibt das Unternehmen mit Hauptsitz im baden-württembergischen Leonberg weltweit hochwertige Dosier- und Prozess-Membranpumpen sowie Dosiersysteme. Die technisch anspruchsvollen Produkte werden insbesondere in prozesskritischen und sicherheitsrelevanten Anwendungen eingesetzt. In Nischenmärkten war die LEWA GmbH bereits Technologieführer, als die DBAG sich 2005 gemeinsam mit der Quadriga Capital im Rahmen eines Management-Buy-outs (MBO) beteiligte. Die DBAG sah großes Potenzial in dem soliden schwäbischen Mittelständler. Der Markt für Spezialpumpen ist ein grundsätzlich wachsender Markt. Durch Übertragung der Technologie auf andere Anwendungsgebiete sowie durch den Eintritt in neue regionale Märkte eröffnete das lang erprobte Geschäftsmodell von LEWA große Wachstumschancen.

HERAUSFORDERUNG

LEWA hatte sich viele Jahre vor allem auf die Entwicklung seiner Produkte konzentriert. Das hat eine sehr gute, solide Basis für das Unternehmen geschaffen. Wesentliche Potenziale wurden dabei jedoch vernachlässigt. Um LEWA auf einen neuen Wachstumskurs zu bringen, reichte es nicht mehr, nur die Technologie im Blick zu behalten. Auch die Markt- und Kundenorientierung mussten in den Vordergrund rücken: Ein wichtiges Ziel war es, die weltweite Präsenz in bereits besetzten Märkten zu erhöhen. Gleichzeitig galt es, das Know-how in neuen Märkten und Industriesegmenten anzubieten und in Geschäft umzuwandeln. Auch im Bereich Aftersales-Service winkten neue Marktpotenziale.

LEWA stand damit vor drei zentralen Herausforderungen:

  • weltweite Erschließung des Wachstumsmarkts Öl und Gas
  • Diversifizierung des Geschäfts – sowohl geografisch als auch kundenseitig
  • Aufbau eines stabilen, ertragsstarken Aftersales-Geschäfts

MASSNAHMEN

Gemeinsam mit der neuen Unternehmensführung und Quadriga entwickelte die DBAG 2005 ein wirtschaftlich tragfähiges Zukunftskonzept für LEWA und schuf gleichzeitig die Bedingungen, um die anspruchsvolle Strategie in guter Zusammenarbeit aller Beteiligten umzusetzen:

Seinen Vertrieb hat das Unternehmen deutlich internationalisiert, etwa durch den Kauf einer Vertriebsgesellschaft in den USA und die Etablierung weiterer Standorte in Norwegen, Singapur und Mexiko. So war es möglich, die Position in bestehenden Märkten wie den USA, dem Mittleren Osten und Asien auszubauen und neue Märkte wie Russland oder Indien zu erschließen. Um die vorhandene Technologie auf andere Anwendungsgebiete zu übertragen, etwa auf die Pharma- oder Nahrungsmittelindustrie, und neue Produkte entwickeln zu können, investierte LEWA kräftig in Forschung und Entwicklung. Das Service- und Systemgeschäft wurde ausgebaut; die neu gegründete LEWA-Akademie rückte das Thema Mitarbeiterqualifizierung noch stärker in den Fokus. Gleichzeitig wurden wichtige Stellschrauben für deutlich effizientere Wertschöpfungs- und Administrationsprozesse, etwa in den Bereichen Einkauf, Controlling, Fertigung und Projektmanagement, betätigt.

Bis 2009 haben die DBAG und Quadriga das Unternehmen begleitet. In dieser Zeit konnte sich LEWA überplanmäßig gut entwickeln und ist überdurchschnittlich gewachsen: Das Unternehmen baute seinen Umsatz aus, steigerte die Effizienz in der Führungs- und Arbeitsorganisation und wurde damit auch deutlich profitabler.

Die erfolgreiche Umsetzung dieser Wachstumsstrategie lässt sich an den Zahlen ablesen: Nachdem LEWA zwischen 1985 und 2005 um rund 3,5 Prozent jährlich gewachsen war, stieg der Umsatz während der Beteiligung der DBAG um jährlich rund 15 Prozent. Das Ergebnis (EBITDA) wuchs sogar um knapp 30 Prozent jährlich. Auch die Mitarbeiterzahl hat sich positiv entwickelt: Zum Zeitpunkt des Einstiegs der Finanzinvestoren 2005 beschäftigte LEWA 590 Menschen, davon 390 in Leonberg. 2009 war die Anzahl der Mitarbeiter auf 730 gestiegen, davon 440 am Stammsitz.

NEUE PERSPEKTIVEN

Aufgrund der überaus erfolgreichen Entwicklung und Positionierung durch die Beteiligung der DBAG war LEWA 2009 gleich für mehrere strategische Investoren ein attraktiver Erwerbskandidat. Nach entsprechenden Verhandlungen fiel die Entscheidung auf den Wunschkandidaten des Managements, den japanischen Pumpenhersteller Nikkiso Co., Ltd. Das Unternehmen mit Sitz in Tokio war dank seiner führenden Technologieposition und seines hervorragenden Managements der ideale Partner für LEWA, um gemeinsam einen global führenden Pumpenhersteller zu formen. Die regionalen Schwerpunkte beider Gesellschaften, die wesentlichen Abnehmerindustrien und die jeweiligen Schlüsseltechnologien ergänzen sich hervorragend. Nikkiso stellt neben Pumpen auch medizin- und flugzeugtechnische Komponenten her.

Die neuen Strukturen halfen LEWA somit, seinen Weg zu einem der globalen Marktführer für Prozessmembranpumpen und anspruchsvolle Dosierlösungen fortzusetzen. Durch Nikkiso schließen sich Lücken im Vertriebsnetz: LEWA hat Zugang zum japanischen Markt und zu den angrenzenden Ländern erhalten – ein enormes Potenzial. Über das neue, weitverzweigte Vertriebsnetz kann das Unternehmen zudem das gesamte Nikkiso-Programm anbieten. Optimale Zugangsbedingungen, um alle relevanten Märkte der Welt und zugleich ein breites Branchenspektrum zu bedienen. „Die abgeschlossene Beteiligung war für alle Beteiligten erfolgreich“, sagt Dr. Rolf Scheffels, Mitglied im Vorstand der Deutschen Beteiligungs AG. „LEWA hat seine Marktposition gefestigt, sein Produktportfolio erweitert, beschäftigt mehr Menschen und erreichte eine höhere Profitabilität.“

LEWA IM PROFIL

LEWA ist ein weltweit führender Hersteller von Membrandosierpumpen, Prozesspumpen sowie kompletten Dosiersystemen und -anlagen. Das Unternehmen ist mit 14 Tochtergesellschaften und über 100 Vertriebspartnern auf allen Kontinenten vertreten. LEWA beschäftigt inzwischen mehr als 1.000 Mitarbeiter; mehr als die Hälfte davon arbeiten am Hauptsitz in Leonberg, Deutschland. Im Geschäftsjahr 2015 erwirtschaftete LEWA einen Umsatz von rund 220 Millionen Euro. 2009 wurde das Unternehmen vom japanischen Pumpenhersteller Nikkiso übernommen.

WEITERE ERFOLGSGESCHICHTEN