DEEN

ENTWICKLUNG UNTER BETEILIGUNG DER DBAG

2012

83

Mio. €

2016

195

Mio. €

Jahresumsatz von 83 Mio. € 2012 auf rund 195 Mio. € 2016 mehr als verdoppelt

Servicegeschäft

4-fach

Service-Geschäft nahezu vervierfacht auf mehr als 20 Prozent des Gesamtumsatzes

Expansion und Angebotsoptimierung durch gezielte Akquisitionen

BROETJE-AUTOMATION: MIT OPTIMIERTEM GESCHÄFTSMODELL AUF INTERNATIONALEM WACHSTUMSKURS

Jeder, der schon einmal in 10.000 Meter Höhe in einer Passagiermaschine saß, sollte das technische Know-how von Broetje-Automation zu schätzen wissen. Denn ein Flugzeug wird von Hunderttausenden Nieten zusammengehalten, die in solchen Höhen extremen Belastungen ausgesetzt sind. Die Roboter und Produktionsanlagen, die diese Nieten auf den hundertstel Millimeter genau in Rumpfteile, Leitwerke oder Flügel setzen, stammen in den meisten Fällen von Broetje-Automation.

AUSGANGSLAGE

Das Unternehmen mit Sitz in Rastede, Niedersachsen, ist auf die Entwicklung und Produktion vollautomatischer Nietanlagen für die Montage von Flugzeugen und Hubschraubern spezialisiert. In diesem Geschäft war Broetje-Automation bereits Weltmarktführer, als sich die DBAG im Jahr 2012 im Zuge eines Management-Buy-outs (MBO) an der Seite des DBAG Fund V mehrheitlich beteiligte. Neben Nietanlagen für den Bau von Luftfahrzeugen hat Broetje-Automation auch Automatisierungslösungen für andere Verbindungstechnologien, zum Beispiel für Kunststoffteile, entwickelt. Das langjährige Know-how aus zahlreichen Kundenprojekten ermöglicht es dem Unternehmen, komplette Montagestraßen schlüsselfertig zu planen und zu bauen – mit eigenen Maschinen, aber auch mit Fremdprodukten.

HERAUSFORDERUNG

Trotz dieser guten Ausgangslage musste Broetje-Automation angesichts der rasanten Entwicklung der Luftfahrtindustrie schnell neue Antworten auf die Anforderungen des Marktes finden. Prognosen gehen von einem Bedarf von mehr als 34.000 Flugzeugen bis zum Jahr 2033 aus. Das erfordert die Fertigung von 30.000 neuen Jets, die zunehmend lokal produziert werden. In China, Russland oder Indien entstehen gegenwärtig eigene Flugzeugindustrien – und damit eine schnell steigende Nachfrage nach Fertigungslinien, die Broetje-Automation vor drei große Herausforderungen stellte:

  • Beschleunigung der geschäftlichen Entscheidungsprozesse
  • Optimierung des Geschäftsmodells
  • Ausbau der Technologiebasis

MASSNAHMEN

Vor dem MBO im Jahr 2012 war Broetje-Automation eine vergleichsweise kleine Einheit im Verbund eines Familienkonzerns, auf die rund drei Prozent des Gesamtumsatzes von dreieinhalb Milliarden Euro entfielen. Für seine neuen Eigentümer, die Deutsche Beteiligungs AG und den DBAG Fund V, wurde Broetje dagegen zum strategischen Kerngeschäft. Unter dieser Voraussetzung konnte der Ausbau des Produkt- und Leistungsspektrums – auch durch externes Wachstum – deutlich schneller vonstattengehen. Bis zur Veräußerung im August 2016 hatte Broetje-Automation vier Akquisitionen erfolgreich abgeschlossen: Wegweisend war insbesondere der Erwerb der Flugzeug-Montagetechnik des Dürr-Konzerns Ende 2014. Mit dieser Akquisition konnte Broetje-Automation wertvolles technisches Know-how, zum Beispiel in der Positionierung und Vermessung von Komponenten, hinzugewinnen – ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum Komplettanbieter.

Im Zuge der Optimierung seines Geschäftsmodells hat Broetje-Automation auch das Serviceangebot ausgebaut. Grundsätzlich ist das Servicegeschäft weniger schwankungsanfällig als die Produktion von Maschinen und Anlagen und damit auch für Broetje-Automation lukrativ. Wie bei anderen Portfoliounternehmen hat die DBAG deshalb in den Gesprächen mit dem Broetje-Management vor Beteiligungsbeginn darauf hingewirkt, dieses Potenzial auszuschöpfen. Nach Gründung der unternehmenseigenen Service-Gesellschaft im Jahr 2012 konnte der Umsatz des Servicegeschäft nahezu vervierfacht und auf mehr als 20 Prozent des Gesamtumsatzes gesteigert werden.

Gewachsen ist auch der neue Firmensitz in Rastede, den das Unternehmen im Jahr 2015 – ganz in der Nähe der beiden ursprünglichen Produktionsstandorte – bezogen hat. Die dortigen Investitionen in die Produktionskapazitäten verbessern die Bedingungen für die Endmontage. Sie kann seitdem flexibler und schneller an die jeweiligen Auftragsvorgaben angepasst werden.

Zur Wachstumsstrategie gehört auch die weitere Internationalisierung der Kundenbasis. In China hat das Unternehmen eine eigene Vertriebsniederlassung eröffnet. Darüber hinaus stehen weitere wachstumsstarke Schwellenländer im Fokus.

Die erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens schlägt sich auch in den Kennzahlen nieder: Im Beteiligungszeitraum von rund viereinhalb Jahren hat sich der Umsatz mehr als verdoppelt: auf rund 195 Millionen Euro. Der Umsatzanteil des Servicegeschäfts hat sich von rund zehn auf deutlich über 20 Prozent gesteigert. Nicht zuletzt hat die Wachstumsstrategie neue Arbeitsplätze hervorgebracht. Zu Beteiligungsbeginn hatte das Unternehmen 450 Mitarbeiter. Inzwischen ist die Belegschaft auf rund 850 Personen angewachsen.

NEUE PERSPEKTIVEN

2016 war Broetje-Automation nach sehr erfolgreicher Entwicklung und mit deutlich verbesserter strategischer Positionierung bereit für den nächsten Meilenstein in der Unternehmensgeschichte: Die Veräußerung an einen strategischen Käufer. Die Shanghai Electric Group (SEC) mit Sitz in China verschafft Broetje-Automation einen nochmals verbesserten Zugang zum Wachstumsmarkt China und bietet sehr gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft. Gleichzeitig erzielte auch die DBAG mit der Veräußerung eine Rendite oberhalb ihrer üblichen Erwartungen.

Broetje-Geschäftsführer Bernd Schröder sieht in dem börsennotierten Mischkonzern SEC einen Wunschpartner, der die unabhängige Entwicklung des Unternehmens in den Schlüsselmärkten Europa, USA, Japan, Russland und insbesondere in China unterstützen wird. SEC unterhält bereits Kooperationen mit deutschen Unternehmen, etwa mit Siemens und dem Pumpenhersteller KSB. Die Wertschätzung für das neue Tochterunternehmen wird auch aufseiten der chinesischen Neu-Eigentümer deutlich: Broetje-Automation soll den Kern des ebenfalls neu gegründeten SEC-Geschäftsfelds Aerospace bilden.

BROETJE-AUTOMATION IM PROFIL

Broetje-Automation ist der weltweit führende Experte für Produktionsprozesse in der Luft- und Raumfahrtindustrie. Das weltweit operierende Unternehmen verfügt über Tochtergesellschaften in den USA und China sowie über mehrere Vertriebs- und Servicestandorte in Amerika, Asien und Europa.

Im Geschäftsjahr 2015/2016 (30. September) erwirtschaftete Broetje-Automation mit rund 850 Mitarbeitern einen Umsatz von 195 Millionen Euro. Seit Oktober 2016 ist das Unternehmen Teil der chinesischen Shanghai Electric Group (SEC) und bildet dort den Kern des Geschäftsfelds Aerospace Automation.

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