Guter Start in Italien: Drei Beteiligungen und ein starker Dealflow

Team gut besetzt – Netzwerk liefert hohen Anteil proprietärer Situationen

In Italien wurde die Nachricht mehr beachtet als in Deutschland. Wirklich überrascht waren aber wohl die wenigsten, als die DBAG im September des vergangenen Jahres in Mailand ein Büro eröffnete. Schon ein Jahr zuvor hatte sie dort erstmals investiert, nach einer längeren Phase der Markterkundung. „Die Entscheidung, DBAG Italia zu gründen, entstand einerseits aus der Beobachtung, dass viele Wettbewerber der bestehenden DBAG-Portfoliounternehmen italienische Familienunternehmen sind“, kommentierte Giovanni Revoltella die Expansion; „die meisten dieser Unternehmen sind ebenfalls mittelständische Unternehmen in Familienbesitz oder Gründerhand – und das ist typisch für den deutschen Mittelstand, der seit Jahrzehnten im Fokus der DBAG steht“, so der verantwortliche DBAG-Partner für Italien: „Dies ist also eine natürliche Fortsetzung der erfolgreichen Strategie, die die DBAG zu einem der gefragtesten Investoren im europäischen Mittelstand gemacht hat.“

Inzwischen, ein Jahr später, zählen bereits drei italienische Unternehmen zum Portfolio der DBAG. Sie stehen exemplarisch für die Investitionsstrategie der DBAG in Italien.pmflex, Produzent von leeren oder vorverdrahteten Kabelschutzrohren für elektrische Leitungen, war im September 2020 die erste Beteiligung. Die Gründerfamilie hatte ihre Anteile an den von der DBAG beratenen DBAG Fund VII veräußert. Seither hat das Unternehmen die ursprünglichen Erwartungen übertroffen: Der Umsatz ist seit Beteiligungsbeginn um rund 40 Prozent gestiegen, man produziert an der Kapazitätsgrenze. Investitionen in den weiteren Ausbau der Produktionskapazität sind geplant.

Itelyum, eine weitere Beteiligung an der Seite des DBAG Fund VII, hat sich auf das Recyclen komplexer flüssiger Industrieabfälle spezialisiert. Dabei setzt das Unternehmen einzigartige chemische Verfahren ein. In den meisten seiner Tätigkeitsbereiche ist es Technologie- und Marktführer: bei der Aufarbeitung von Altöl und Lösungsmitteln sowie beim Management und dem Recycling von Industrieabfällen. Als Gesamtanbieter bewährter Dienstleistungen und Verfahren zielt Itelyum auf Industrieunternehmen, die zunehmend strengere Abfallvorschriften einhalten und höhere Recyclingquoten erreichen müssen. Die DBAG will mit ihrer Erfahrung das anorganische Wachstum des Nachhaltigkeitschampions unterstützen und das Unternehmen beim Ausbau des europäischen Geschäfts begleiten. Die ersten beiden Unternehmenszukäufe sind vereinbart, weitere Transaktionen werden vorbereitet. Der Umsatz wächst auch unabhängig von den Zukäufen erfreulich.

Das gilt auch für MTWH, die jüngste Beteiligung der DBAG (an der Seite des DBAG Fund VIII) in Italien. Die Unternehmensgruppe stellt Metallapplikationen für die Luxusgüter-Industrie her. Typisch sind zum Beispiel Gürtelschnallen, Verschlüsse oder Beschläge für Handtaschen, Schuhe und Kleidung, aber auch Schmuck oder Embleme der überwiegend global vertretenen ikonischen Marken. Entscheidend für den Erfolg ist die Fähigkeit, aus den Designideen der Kunden innerhalb weniger Tage ein fertiges, qualitativ hochwertiges Produkt zu entwickeln. Eine große Rolle spielt dabei eben auch die Nähe zu den italienischen und französischen High-End-Modemarken, denen Innovation und Kreativität besonders wichtig sind. Die Gruppe hat Standorte in der Nähe von Bergamo und Florenz, zur Vertiefung der Beziehungen mit französischen Luxusgütermarken wurde jüngst eine Niederlassung in Paris eröffnet. Diese Beteiligung soll sich ebenfalls durch anorganisches Wachstum weiterentwickeln, zwei Unternehmenszukäufe sind auf der Zielgeraden.

Personell hat DBAG Italia inzwischen eine beachtliche Mannschaftsstärke erreicht. Neben Revoltella, der zuvor zwanzig Jahre lang italienische Investitionen strukturiert hat, und einem Office-Manager wurde das Mailänder Büro im März 2022 um drei Investmentprofis erweitert. Das Team wird von Kolleginnen und Kollegen aus Frankfurt unterstützt, wie umgekehrt von Mailand aus beigesteuert wird, wenn eine deutsche Beteiligung sich in Italien verstärken will. Darüber hinaus unterstützt Antonio Corbani, ein Veteran der italienischen Private-Equity-Branche, die DBAG weiterhin als Senior Advisor.

Der Dealflow ist vielversprechend. Dazu hat auch das inzwischen etablierte Beraternetzwerk beigetragen. Schon Jahre vor der Eröffnung des Büros in Mailand im vergangenen Jahr hatte die DBAG begonnen, es zu knüpfen. Auch deshalb kann DBAG Italia-Geschäftsführer Giovanni Revoltella sagen: „Wir erwarten, dass wir uns mit mehr als 200 Beteiligungsmöglichkeiten in Italien innerhalb eines Jahres befassen können.“ Im März 2022 konnten er und das Team in Mailand das dauerhafte Büro der DBAG Italia in einem traditionsreichen Gebäude an der Via Gaetano Negri, unweit des Mailänder Doms, beziehen. In den fünf Monaten bis Ende Juli, dem Beginn der alljährlichen italienischen Urlaubspause im August, wurden bereits rund 90 potenzielle Transaktionen registriert. Ein Drittel davon ist den unterschiedlichen Initiativen entsprungen, die auf eigenen Kontakten gründen.

„Unsere Erfahrung und unsere Kontakte im B2B-Geschäft werden ein entscheidender Faktor bei der Auswahl attraktiver Erfolgsgeschichten für die kommenden Jahre sein“, zeigt sich Revoltella überzeugt, und: „Wir sehen eine große Chance in der Zusammenarbeit mit ehrgeizigen Unternehmern und Managern, um in Italien ansässige Unternehmen zu stärken, die in ihrem Bereich weltweit führend werden wollen.“