Unter dem Motto „Smart-Money-Impulse für Unternehmerinnen und Unternehmer“ lud die BDO AG gemeinsam mit der Deutschen Beteiligungs AG (DBAG) und der UNITY AG zum PEak Time@BDO Networking-Event in die Alte Kanzlei am Schillerplatz in Stuttgart. Gäste aus Unternehmertum, Finanzwirtschaft und Beratung folgten der Einladung zu einem Abend, der fachliche Tiefe mit persönlichem Austausch verband.
Erbschaftssteuer im Brennpunkt
Den Auftakt machte ein pointierter Impulsvortrag von Dr. Christian Reiter, Partner und Regional Managing Partner, BDO. Unter dem Titel „Quo vadis, Erbschaftssteuer?“ zeichnete Reiter die rechtliche und politische Entwicklungslinie der Substanzbesteuerung von Betriebsvermögen von dem wegweisenden Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2014 über die Reform von 2016 bis hin zur heutigen Lage.
Seine Kernbotschaft war eindeutig: Deutschland befindet sich im Jahr 2026 an einem kritischen Wendepunkt. So prüft das Bundesverfassungsgericht die Vereinbarkeit der bestehenden Verschonungsregeln für Betriebsvermögen mit dem Grundgesetz, ein Urteil wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet. Gleichzeitig treffen in Berlin gegensätzliche politische Forderungen aufeinander: von der vollständigen Abschaffung der Erbschafts- und Schenkungssteuer auf der einen bis hin zu einer „Flat Tax" von bis zu 25 Prozent ohne Ausnahmen für Betriebsvermögen auf der anderen Seite. Reiters Handlungsempfehlung war klar: Wer in den nächsten Jahren ohnehin eine Unternehmensübergabe plant, sollte jetzt das aktuelle Recht nutzen. Sei es durch vorgezogene Schenkungen unter Nießbrauchvorbehalt, durch strukturierte Buy-Out-Lösungen mit Rückbeteiligung oder durch Prüfung von Stiftungsmodellen im Ausland. „Wer 2026 agiert, statt nur zu reagieren, sichert nicht nur Vermögen, sondern vor allem die Zukunftsfähigkeit seines Unternehmens“", so Reiter.
Ein Praxisbeispiel, das Schule machen könnte
Das Herzstück des Abends war die moderierte Paneldiskussion zwischen Andreas Krämer, Managing Director, Deutsche Beteiligungs AG, und Tomas Pfänder, Gründer und Vorsitzender des Aufsichtsrats der UNITY AG. Geführt wurde das Gespräch von Dr. Jan Faßhauer, Partner und Leiter des Segments Private Equity bei BDO.
Im Mittelpunkt stand die 2024 erfolgte Investition des von der DBAG beratenen Fonds ECF IV in UNITY, einem führenden Beratungsunternehmen, das sich auf digital gestützte Transformation, Innovation und Prozesseffizienz spezialisiert hat.
Tomas Pfänder schilderte, wie die Idee, nach 28 Jahren Unternehmensgeschichte erstmals einen Finanzinvestor aufzunehmen, intern gereift und mit Überzeugungsarbeit auf allen Ebenen verbunden war. Die grundsätzliche Entscheidung fiel im Sommer 2022; der damit verbundenen Prozess startete ein Jahr später. Vom Start der echten Transaktionsumsetzung bis zu deren Vollzug dauerte es gerade mal rund sechs Monate. Andreas Krämer betonte, dass gerade bei Investitionen in Beratungsunternehmen neben den klassischen Dimensionen der Due Diligence frühzeitig die Weichen für die gemeinsame Wertschöpfungsphase gestellt werden müssten, auch um den Aspekt der sogenannten „Walking Assets" (dem Risiko des Wissensabflusses) wirkungsvoll zu begegnen.
Der „Cultural Fit" als entscheidender Faktor
Ein roter Faden der Diskussion war die Frage, was eine solche Partnerschaft jenseits der Zahlen trägt. Sowohl Pfänder als auch Krämer hoben übereinstimmend hervor, dass ein kongruentes Wertegerüst, ein gemeinsamer Blick auf die Wertsteigerungshebel und nicht zuletzt der „Cultural Fit“", letztlich entscheidender seien als einzelne Vertragsklauseln. Für die UNITY AG war dabei die vorhandene Expertise der DBAG im IT- und Software-Sektor ein strategisch wichtiger Faktor.
Krämer verwies zugleich auf die veränderte Dynamik des deutschsprachigen M&A-Markts insgesamt: Auch wenn Deutschland im europäischen Vergleich, etwa gegenüber Frankreich, bei der Zahl der PE-gestützten Unternehmen noch aufhole, sei das verfügbare Kapital vorhanden. Und das sowohl für die klassische Nachfolge als auch für Wachstumskapital. Die Öffnung des Mittelstands gegenüber privatem Kapital sei keine Notlösung, sondern ein Zeichen von Reife, strategischem Weitblick und Chance für die heimische Wirtschaft in herausfordernden Zeiten auf Wachstum zu setzen.
Der Abend machte deutlich: Private Equity ist im deutschen Mittelstand längst kein Fremdwort mehr und das Bild des distanzierten „Finanzinvestors“ ist dem des aktiv begleitenden Wachstumspartners gewichen. Vor dem Hintergrund einer möglichen Erbschaftssteuerreform und des sich im Wandel befindlichen Kapitalmarkts, werden Konstellationen wie die zwischen DBAG und UNITY zum Modell, das Schule macht. Nach der Paneldiskussion und einer lebhaften Fragerunde bot das anschließende Networking reichlich Gelegenheit für den persönlichen Austausch, genau das, wofür das Format „PEak Time@BDO“ steht.







