Der M&A-Rebound bleibt selektiv

Die Erholung im M&A-Markt ist real, aber sie verläuft differenziert. Während sich Transaktionsaktivität und Fundamentaldaten im deutschen Mid-Market verbessern, bleiben Stimmung, Exit-Märkte und Fundraising in Teilen der Branche gedämpft. Für Investoren entsteht daraus kein breit getragener Aufschwung, sondern ein Markt, in dem Selektivität zum entscheidenden Erfolgsfaktor wird. 

Der aktuelle Mid-Market-Befund ist damit widersprüchlich, aber keineswegs negativ. Der von FINANCE gemeinsam mit DBAG erhobene Midmarket-Private-Equity-Monitor beschreibt einen Markt, in dem sich operative Voraussetzungen verbessern, gleichzeitig aber der Kapitalrückfluss an Investoren noch stärker in den Fokus rückt. Gerade im Fundraising gewinnt damit die Frage an Bedeutung, wie belastbar eine Liquiditäts- und Exit-Story in den kommenden 12 bis 18 Monaten ist. 

Diese Gemengelage verändert auch den Blick auf neue Investitionen. Ein besserer Dealflow allein reicht nicht aus, wenn Finanzierung, Haltedauer und Exit-Pfade enger geprüft werden als noch in der Niedrigzinsphase. Im Ergebnis bevorzugen Investoren Transaktionen mit klarer Wertschöpfungsagenda, realistischer Kapitalstruktur und einem Geschäftsmodell, das operative Verbesserungen nicht nur zulässt, sondern aktiv unterstützt. 

Gerade im Mid-Market kann daraus ein Vorteil entstehen. Wo Unsicherheit pauschale Wettbewerbsintensität reduziert, verbessern sich für disziplinierte Investoren die Chancen auf attraktive Einstiegszeitpunkte. Antizyklisches Handeln bedeutet in diesem Umfeld nicht, gegen den Markt zu investieren, sondern zwischen Stimmungsbild und Fundamentaldaten sauber zu differenzieren. 

2026 dürfte deshalb weniger ein Jahr des breiten Überschwangs werden als eines der fundierten Entscheidungen. Wer mit klarem Sektorfokus, belastbarer Due Diligence und operativer Perspektive agiert, kann in diesem Marktumfeld sehr gute Voraussetzungen vorfinden und das insbesondere, weil die Erholung nicht überall gleichzeitig ankommt.