DEEN

ENTWICKLUNG UNTER BETEILIGUNG DER DBAG

2003

222

Mio. €

2011

412

Mio. €

Jahresumsatz von 222 Mio. € 2003 auf 412 Mio. € 2011 gesteigert

Internationalisierung: Steigerung des Auslandsanteils am Umsatz von 30 auf 50 Prozent

Ausbau des Produktportfolios durch Skalierung der Technologie

PREH GMBH: ERFOLGSWEG ZUM GLOBAL PLAYER DER AUTOMOBILELEKTRONIK

Die Bedeutung komplexer Elektronik in Autos nimmt zu: In neuen Mittelklassemodellen sind heute mehr als 20 Steuergeräte verbaut, im Oberklassesegment können es je nach Ausstattung sogar bis zu 80 sein. Ob in Mittelkonsole, Lenkrad oder Klimaanlage, in Pkw, Nutzfahrzeugen oder Motorrädern – innovative Bediensysteme oder Steuergeräte der Preh GmbH finden sich in vielen Fahrzeugklassen.

AUSGANGSLAGE

Die Preh GmbH entwickelt und produziert Mechatroniklösungen für hochwertige Bedienteile, die in der Automobil- und Industrieelektronik eingesetzt werden. Als Entwicklungspartner namhafter Automobilhersteller und Systemlieferanten gehörte das Unternehmen mit Wurzeln im fränkischen Bad Neustadt a. d. Saale schon lange zu den führenden Anbietern von Fahrerbedien- und Sensorsystemen und war mit seinen Produkten in zahlreichen europäischen Fahrzeugmodellen vertreten. Die DBAG sah großes Potenzial in der Preh GmbH und beteiligte sich 2003 zusammen mit dem DBAG Fund IV im Rahmen eines Management-Buy-outs an dem Unternehmen.

HERAUSFORDERUNG

Die überdurchschnittlich wachsenden Märkte der Automobilelektronik boten hervorragende Marktchancen für Preh. Die zunehmende Bedeutung von Interieur, Infotainment und Elektronik in den Fahrzeugen steigerte die globale Nachfrage nach hochwertigen Komponenten. Enge Beziehungen zu wichtigen deutschen Erstausrüstern (OEMs) verschafften dem Unternehmen eine gute Ausgangslage. Die nächsten Meilensteine in Prehs Entwicklung waren die Internationalisierung und der Ausbau der Kundenbeziehungen, vor allem in den USA. Außerdem galt es, die Produktpalette durch eine Skalierung der vorhandenen Technologie zu vergrößern. Das Unternehmen sollte seine Elektronik- und Designkompetenzen nutzen, um künftig mehr Produktinnovationen zur Marktreife entwickeln und anbieten zu können.

MASSNAHMEN

Während der knapp zehnjährigen Beteiligung der DBAG hat sich Preh zu einem erfolgreichen, international tätigen Unternehmen weiterentwickelt, das sich stärker auf das Automobil-Geschäft konzentriert. Rasch setzte das Unternehmen den ersten Schritt zur Erschließung des nordamerikanischen Marktes um: 2003 wurde ein Vertriebsbüro in Detroit, USA, eröffnet, zwei Jahre später ein Produktionswerk im mexikanischen Monterrey. 2008 folgten die Gründungen der Preh Romania S.R.L. und eines Produktionsstandorts in Rumänien. Seit Januar 2009 ist Preh zudem mit einem Vertriebsbüro in Schanghai, China, vertreten.

Durch umfangreiche Investitionen in neue Produktgruppen hat die Preh GmbH in den vergangenen Jahren ihre Position als Entwicklungspartner von Automobilherstellern ausgebaut. So liefert das Unternehmen zum Teil bereits in der dritten Modellgeneration die zentralen Bedieneinheiten wichtiger Audi- und BMW-Modelle. Mit General Motors, Ford, Chrysler und Porsche konnten im Zeitraum der DBAG-Beteiligung viele namhafte Neukunden gewonnen werden.

Die Fokussierung auf den Bereich Automotive hatte zur Folge, dass im Jahr 2007 die Bereiche PrehKeyTec (Dateneingabesysteme und Kassentastaturen) und PrehTronics (Electronic Manufacturing Services, EMS) in eigenständige Unternehmen überführt wurden. PrehTronics wurde 2008 veräußert.

Im Jahr 2010 gründete die Preh GmbH ein Joint Venture mit dem heutigen Mehrheitsgesellschafter Joyson, einem privaten Automobilzulieferer mit Sitz im chinesischen Ningbo. Ziel war es, Preh-Produkte auch in Asien fertigen, entwickeln und vermarkten zu können. Joyson und Preh lernten sich kennen und schätzen – die beiden Unternehmen haben ihre Wurzeln in unterschiedlichen Marktregionen und ergänzen sich deshalb ideal: Die Grundlage für die spätere Mehrheitsübernahme war geschaffen.

Prehs strategische Weiterentwicklung schlägt sich auch im Zahlenwerk nieder: Bereits 2010 erzielte die Preh GmbH mit ihrem Automobil-Geschäft einen Umsatz von 343 Millionen Euro – mehr als doppelt so viel wie beim Einstieg der DBAG 2003. Das entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum um 10,6 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich von 2003 bis 2011 um rund 50 Prozent auf 2.500 Mitarbeiter, davon 1.200 am Stammsitz in Bad Neustadt.

NEUE PERSPEKTIVEN

2011 hat die DBAG die Mehrheit ihrer Anteile an der Preh GmbH an die Ningbo Joyson Investment Holding Co., Ltd. veräußert. Die Joyson-Unternehmensgruppe hielt zunächst 74,9 Prozent der Anteile. Die DBAG, die übrigen Investoren und das Preh-Management blieben mit 25,1 Prozent beteiligt. Dr. Rolf Scheffels, Mitglied des Vorstands der DBAG, formulierte im Rahmen der Veräußerung ein positives Fazit: „Preh hat sich als erfolgreiches Investment für die DBAG erwiesen. Gleichzeitig haben wir eine Ausgangssituation geschaffen, die auch den neuen Gesellschaftern und nicht zuletzt dem Unternehmen selbst beste Wertsteigerungschancen bietet.“

Ein höherer Umsatz, ein besseres Ergebnis, eine gefestigte Wettbewerbsposition und gute Perspektiven: Unter diesen Vorzeichen startete die Preh GmbH nach der Teilveräußerung in das nächste Kapitel einer erfolgreichen Unternehmensgeschichte. Die noch verbliebenen Anteile der DBAG gingen 2012 in den Besitz von Ningbo Joyson über.

PREH GMBH IM PROFIL

Die Preh GmbH ist heute ein Global Player im Markt für Automobilelektronik und einer der wesentlichen Innovationstreiber innerhalb der chinesischen Joyson-Gruppe. Mehr als 4.900 Mitarbeiter sind in Deutschland, Portugal, den USA, Mexiko, Rumänien und China für das Unternehmen tätig. Das Produktspektrum umfasst Klima- und Fahrerbediensysteme, Sensoren, Steuergeräte und Montageanlagen für renommierte Automobilhersteller. Im Geschäftsjahr 2015 erwirtschaftete die Preh GmbH einen Umsatz von 763 Millionen Euro.

WEITERE ERFOLGSGESCHICHTEN