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ENTWICKLUNG UNTER BETEILIGUNG DER DBAG

Starkes Wachstum durch neues Kundensegment generiert

Über das Thema Digitalisierung und vor allem den dafür nötigen flächendeckenden Ausbau eines Breitbandnetzes für hohe Datenübertragungsraten wird in der Politik und den Medien immer wieder diskutiert. Ein Unternehmen, das diese Aufgabe bereits seit mehr als zehn Jahren aktiv angeht, ist inexio. Das Unternehmen investiert in mehreren Bundesländern in den Aufbau einer leistungsfähigen Telekommunikationsinfrastruktur und hilft damit, den Wirtschaftsstandort Deutschland fit für die Zukunft zu machen.

AUSGANGSLAGE

inexio, mit Sitz im saarländischen Saarlouis wurde 2007 mit dem Ziel des Breitbandausbaus für schnelle und sichere Internetverbindungen gegründet. Das Management erkannte früh den Trend stark ansteigender Datenmengen aufgrund stetig verbesserter Technologien und neuer Anwendungen und den damit einhergehenden Bedarf an zusätzlicher leistungsfähiger Infrastruktur für den Datenverkehr.

Zu Beginn der Geschäftstätigkeit war das Unternehmen vor allem im Saarland und in Rheinland-Pfalz aktiv. Der Fokus lag auf Unternehmenskunden, für die schnelle und stabile Internetverbindungen lebenswichtig sind. Für inexio boten Unternehmenskunden den Vorteil, dass sie längerfristige Verträge eingehen, die planbare Einnahmen versprechen und höhere Margen zulassen. Ausschlaggebend für die Fokussierung auf ausgewählte Regionen und Geschäftskunden waren die hohen Investitionen, die für den Ausbau des Glasfasernetzes nötig sind.

Der Einstieg in das Privatkundengeschäft kam eher zufällig. inexio wurde anlässlich der Genehmigung eines Trassenbaus durch eine Ortschaft auf dem Land von dem Bürgermeister aufgefordert, auch die Privathaushalte der Gemeinde an das Breitbandnetz anzuschließen. Die Wirtschaftlichkeitsrechnung zeigte, dass sich das lohnte. So wurde das Geschäftsmodell entscheidend verändert: Schnell offenbarte sich das erhebliche Wachstumspotenzial des Privatkundengeschäfts. Um das Potenzial zu heben, waren zunächst jedoch erhebliche, weitere Investitionen verbunden: Viele einzelne Haushalte auf dem Land benötigen ein weiter verzweigtes Datennetz als eine vergleichsweise überschaubare Anzahl an Gewerbegebieten. Bei der Erdverlegung zählt jeder Meter Aushub. Investitionen, für die damals nicht das benötigte Kapital zur Verfügung stand.

HERAUSFORDERUNG

Die größte Herausforderung für inexio bestand also darin, die hohen Investitionen für das Verlegen der Anschlüsse zu finanzieren. Um seinen Kapitalbedarf zu decken, hatte das Unternehmen bereits verschiedene Optionen verfolgt. Bankfinanzierungen waren schwierig zu erhalten – unter anderem, weil keine Sicherheiten auf die vergrabenen Leitungen ins Grundbuch eingetragen werden konnten. Schließlich wurden Private-Equity-Gesellschaften angesprochen. Auf Basis eines höheren Eigenkapitals sollten weitere Bankfinanzierungen eine rasche Expansion der Geschäftstätigkeit ermöglichen. Das Ziel: Neben den Bundesländern Saarland und Rheinland-Pfalz auch Bayern, Baden-Württemberg und Teile Hessens zu erschließen, um letztlich eine marktführende Stellung in ländlich und kleinstädtisch geprägten Regionen Deutschlands zu erreichen.

Die DBAG konnte sich gegen andere Private-Equity-Gesellschaften durchsetzen. Dabei hat nicht zuletzt geholfen, dass sie mit dem von inexio bearbeiteten Markt und dessen Entwicklungen ebenso vertraut war wie mit den Bedürfnissen von Mittelständlern. Für die DBAG war es eine recht einfache Beteiligungsentscheidung: Das Geschäftsmodell versprach hohes Wachstumspotenzial, aufgrund der künftig weiter steigenden Datenmengen, die schnelle Anschlüsse für Unternehmen und Privathaushalte erforderlich machten. Zudem garantierte es aufgrund der monatlichen Kundenzahlungen stabile und planbare Cashflows. Darüber hinaus verfügte inexio über ein unternehmerisches, besonders motiviertes Management mit erheblicher Erfahrung und Know-how im Rollout von Glasfasertrassen und dem Betrieb von Telekommunikationsinfrastruktur.

inexio und die geschäftsführenden Gesellschafter haben die Verhandlungen mit der DBAG als sehr unkompliziert beschrieben. Hervorgehoben wurden die Vorkenntnisse sowie die Flexibilität der DBAG bei den Finanzierungsinstrumenten, der kurzen Due Diligence und dem schlanken Beteiligungsvertrag von lediglich elf Seiten. Schon nach vier Monaten konnte eine Vereinbarung erzielt werden: Im Mai 2013 beteiligten sich die DBAG und der DBAG ECF im Zuge einer Kapitalerhöhung minderheitlich und stellten zusätzlich Genussrechtskapital bereit.

MASSNAHMEN

Rasch konnte die Deutsche Beteiligungs AG das Wachstum von inexio unterstützen. Aufgrund einer Beteiligungsanfrage aus der Branche wurde RiesDSL, ein lokaler Breitbandanbieter aus Bayern, an inexio zum Erwerb vermittelt. Dank einer guten Kapitalausstattung war es inexio möglich, in den Folgejahren zusätzliche kleinere lokale Anbieter zu akquirieren und so weiteres anorganisches Wachstum sicherzustellen: 2014 erfolgte der Kauf von p2 systems, im Jahr 2015 der von Smart DSL und 2016 der von Komnexx. Die lokalen Anbieter von Breitbandanschlüssen waren sehr attraktiv – sie trugen zum Wachstum bei und ermöglichten den Markteintritt in neue Regionen.

Neben den Kontakten in die Branche profitierte inexio auch von den Verbindungen zu verschiedenen Banken. Die Beteiligung der DBAG versetzte inexio in die Lage, die Finanzierung der Expansion auf stärkere Beine zu stellen – mit neuen langfristigen Krediten, die für den Erfolg im Geschäft mit Privathaushalten unabdingbar waren. Über eine weitere, umfangreiche Kapitalerhöhung und Anteilskäufe von Alt-Aktionären sicherte sich 2016 der Finanzinvestor Warburg Pincus die Mehrheit an dem Breitbandanbieter inexio. Das gab dem Unternehmen nochmal einen deutlichen Schub für die Umsetzung seiner Wachstumspläne.

EXIT

In der Zeit der Beteiligung hat inexio Stück für Stück ein umfassendes Glasfasernetz in ländlichen und vorstädtischen Regionen Süddeutschlands aufgebaut und das Unternehmenskonzept sowohl durch organisches Wachstum als auch durch Akquisitionen umgesetzt. Der Erfolg lässt sich in Zahlen dokumentieren: Fünfmal mehr Kunden als zu Beteiligungsbeginn. Der Umsatz und das Ergebnis wurden um deutlich mehr als 20 Prozent jährlich gesteigert. Die Anzahl der Mitarbeiter hat sich mit rund 400 mehr als verdreifacht. Während das Unternehmen bisher den Glasfaserausbau bis in die Orte vorangetrieben hat und der letzte Kilometer in die Haushalte über die Kupferkabel der Deutschen Telekom realisiert wurde, werden nunmehr Glasfaseranschlüsse direkt in die Gebäude verlegt. Diese erweiterte Infrastruktur erfordert jedoch etwa das dreifache Investitionsvolumen und daher weiteres Eigenkapital. Die neue Entwicklungsphase in der Unternehmensgeschichte setzt inexio zusammen mit dem Infrastrukturfonds EQT Infrastructure IV um, der inexio Ende 2019 übernommen hat.

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