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ENTWICKLUNG UNTER BETEILIGUNG DER DBAG

2007

480

Mio. €

2012

532

Mio. €

Jahresumsatz von 480 Mio. € im Jahr 2007 auf 532 Mio. € im Jahr 2012 gesteigert, unter gleichzeitig erfolgreicher Bewältigung der Wirtschafts- und Finanzkrise

25

Prozent

Servicegeschäft auf 25 Prozent des Gesamtumsatzes ausgebaut

Drei

Drei neue Abnehmersegmente in der Nahrungsmittel-, Chemie- und Pharmaindustrie erschlossen

COPERION GMBH: KRISEN MEISTERN – MIT NEUER AUSRICHTUNG

Dübel, Nudeln, Kopfschmerztabletten – die Liste der Gebrauchs- und Konsumgüter, bei deren Produktion Systeme von Coperion eine entscheidende Rolle spielen, ist lang. Die Unternehmensgruppe liefert Anlagen, Maschinen und Komponenten, um große Mengen von Grundstoffen für unterschiedlichste Güter des täglichen Bedarfs optimal aufzubereiten.

AUSGANGSLAGE

Der Maschinenbauer mit Sitz in Stuttgart hat sich im Laufe seiner fast 140-jährigen Unternehmensgeschichte auf die Entwicklung, Fertigung und den Vertrieb von Schüttgutförderanlagen und Maschinen zur Herstellung oder Weiterverarbeitung von Kunststoffen, Chemikalien und Lebensmitteln spezialisiert. Kernkompetenzen sind das sogenannte Compounding und die Extrusion, also das Mischen unterschiedlicher Stoffe unter Druck oder Temperaturveränderung, sowie Verfahren zur Förderung pulver- und granulatförmiger Schüttgüter. Coperion war hier bereits weltweiter Marktführer, als die DBAG sich im Jahr 2007 im Rahmen eines Management-Buy-outs (MBO) an der Seite des DBAG Fund V an dem Unternehmen beteiligte. Zuvor war Coperion im Besitz des britischen Finanzinvestors Lyceum Capital gewesen.

Das technologische Know-how von Coperion war zu diesem Zeitpunkt vor allem bei Herstellern von Kunststoffprodukten gefragt, die beim Dosieren, Schmelzen oder Mischen von Ausgangsstoffen auf kundenspezifische Lösungen angewiesen sind. So hatte Coperion bereits zum Zeitpunkt des MBOs Compoundier-Systeme in zahlreichen Ländern rund um den Globus installiert und verfügte über eine Reihe internationaler Vertriebs- und Servicestandorte.

HERAUSFORDERUNG

Coperion hatte 2007 dank seiner technologischen Kompetenz und guten Reputation eine führende Position in seinen Segmenten erreicht. Als Maschinen- und Anlagenbauer war das Unternehmen allerdings von zyklischen Entwicklungen in seinen Abnehmermärkten abhängig. Dies zeigte sich insbesondere in der Weltwirtschaftskrise 2008/2009, die beim Auftragseingang im Neumaschinengeschäft zu Einbrüchen von bis zu 90 Prozent führte. Potenziale für eine erfolgreiche Weiterentwicklung von Coperion ergaben sich damit nicht nur in der Unternehmensorganisation und einer Optimierung der internen Prozesse. Wichtige Stellschrauben waren auch der Ausbau des Servicegeschäfts, das generell weniger anfällig für konjunkturelle Schwankungen als die Maschinenproduktion ist, und die Erschließung neuer Märkte – auch außerhalb der Kunststoffindustrie.

Zusammengefasst stand Coperion also vor drei zentralen Herausforderungen:

  • Ausbau des Ersatzteil- und Servicegeschäfts
  • Eintritt in neue Abnehmersegmente und Wachstum in bestehenden Märkten
  • Optimierung der internen Wertschöpfungsprozesse

MASSNAHMEN

Während der fünfjährigen Beteiligung der DBAG hat sich Coperion trotz zwischenzeitlicher negativer Einflüsse der Weltwirtschaftskrise positiv entwickelt. Der Umsatzanteil des Servicegeschäfts konnte auf 25 Prozent gesteigert werden, etwa durch die Gründung neuer internationaler Servicestandorte. Auch bei der Erschließung neuer Abnehmersegmente war Coperion erfolgreich. So konnten Kunden aus der Nahrungsmittel-, Chemie- und Pharmaindustrie gewonnen werden, die das Unternehmen auf eine breitere Abnehmerbasis stellten. Coperion ist es gelungen, das Know-how aus traditionellen Märkten auch in andere Regionen zu übertragen. Das belegt ein starkes Wachstum in Märkten wie China oder Indien sowie im Nahen und Mittleren Osten. Zwei kleinere Unternehmen, die Coperion im Jahr 2012 erworben hat, ergänzen das Produktsortiment wirkungsvoll.

Nicht zuletzt hat Coperion zur Optimierung der internen Wertschöpfungsprozesse erhebliche Investitionen am Standort Stuttgart getätigt. Sie ermöglichten es dem Unternehmen, seine Produktionsabläufe deutlich effizienter zu gestalten.

Die ergriffenen Maßnahmen zahlten sich aus: Im Geschäftsjahr 2012 erwirtschaftete Coperion einen Umsatz von 532 Millionen Euro; 2007 waren es noch 480 Millionen Euro gewesen. Dem Unternehmen ist es also in kurzer Zeit gelungen, die Weltwirtschaftskrise zu meistern. Noch in den Jahren 2009 und 2010 hatte die Krise einen deutlichen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis verursacht.

NEUE PERSPEKTIVEN

Die positive Entwicklung von Coperion weckte 2012 das Interesse strategischer Investoren. Am Jahresende veräußerten die DBAG und der DBAG Fund V ihre Anteile an den US-Industriekonzern Hillenbrand, Inc. Die Produktportfolien und die internationale Präsenz beider Unternehmen ergänzen sich gut – damit hat Coperion beste Voraussetzungen für eine weiterhin positive Entwicklung. Der damalige Vorsitzende der Geschäftsführung, Günter Bachmann, sprach deshalb anlässlich der Transaktion von Hillenbrand als „perfektem Käufer“.

Erfolgreich war die Beteiligung an Coperion auch für die DBAG: Im Geschäftsjahr 2011/2012 führte die Veräußerung der Anteile zu einem positiven Ergebnisbeitrag von mehr als zehn Millionen Euro.

Coperion wurde in dem internationalen breit aufgestellten Industrieunternehmen Hillenbrand Teil der „Process Equipment Group“, auf die im Geschäftsjahr 2016 rund 63 Prozent des Gesamtumsatzes entfielen. Das Unternehmen hat sich auch als Tochtergesellschaft innerhalb des Hillenbrand-Konzerns seit 2012 gut weiterentwickelt. So stieg die Zahl der Beschäftigten weltweit zwischen 2012 und 2017 um 25 Prozent auf 2.500.

 

 

COPERION IM PROFIL

Coperion ist der weltweite Markt- und Technologieführer bei Compoundier- und Extrusions-Systemen, Förderanlagen und entsprechenden Services. Die Unternehmensgruppe entwickelt, produziert und betreut Anlagen, Maschinen und Komponenten für die Kunststoff-, Chemie-, Pharma-, Nahrungsmittel- und Mineralstoffindustrie. Coperion beschäftigt weltweit 2.500 Mitarbeiter – in den vier Divisionen Compounding & Extrusion, Equipment & Systems, Materials Handling und Service an insgesamt 40 Produktions-, Vertriebs- und Servicestandorten weltweit. Seit Oktober 2012 gehört das Unternehmen zum US-amerikanischen Industriekonzern Hillenbrand, Inc.

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