30.04.2020

Corona-Krise: Deutsche Beteiligungs AG gibt Überblick zur aktuellen Geschäftslage und Maßnahmen

  • Reibungslose Fortführung des Geschäftsbetriebs der DBAG
  • Starker Rückgang des M&A-Marktes seit März
  • Fokus auf Portfoliobegleitung
  • Gemischtes Bild im breit diversifizierten Portfolio
  • Nettovermögenswert der Private Equity Investments um rund 20 Prozent niedriger, Ergebnis aus der Fondsberatung besser als geplant

Frankfurt am Main, 30. April 2020. Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) gibt auf Basis vorläufiger Zahlen einen Überblick zur aktuellen Geschäftslage und den getroffenen Maßnahmen in der Corona-Krise. Details zu den Geschäftszahlen des ersten Halbjahres 2019/2020 (Stichtag 31. März 2020) folgen wie geplant am 13. Mai 2020 im Rahmen der Regelberichterstattung.

Weitgehende Digitalisierung ermöglicht reibungslose Fortführung der Geschäftsprozesse
Die DBAG hatte ihre Geschäftsprozesse in den vergangenen Jahren in hohem Maße digitalisiert, sodass diese auch vom Homeoffice aus durch virtuelle Besprechungen und moderne Cloudlösungen schon seit mehreren Wochen reibungslos weiterlaufen. Sämtliche Mitarbeiter der DBAG einschließlich des Vorstands arbeiten bereits in der siebten Woche im Homeoffice.

M&A-Markt seit März stark zurückgegangen
Der M&A-Markt ist seit März weitestgehend zum Erliegen gekommen. Die schwer vorhersagbaren Auswirkungen der Corona-Krise auf viele Unternehmen machen die Beurteilbarkeit von Unternehmensplanungen und damit auch die Preisfindung derzeit sehr anspruchsvoll. Dies betrifft auch Banken und Private Debt Fonds, so dass Akquisitionsfinanzierungen nur äußerst eingeschränkt zur Verfügung stehen. 

Fokus auf Portfoliobegleitung
Der Schwerpunkt der Tätigkeit des Investmentteams ist derzeit die intensivere Begleitung der Portfoliounternehmen. Auf der Basis ihrer umfassenden Erfahrungen im Umgang mit Krisensituationen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte kann die DBAG ihre Portfoliounternehmen bei der erfolgreichen Bewältigung der aktuellen Herausforderungen unterstützen. So hat die DBAG mit dem Ausbruch der Krise in einem kontinuierlichen Prozess mit der Analyse der Auswirkungen auf Geschäftsmodelle und Lieferketten und der Maßnahmen zur Sicherstellung von Produktionsprozessen und dem Gesundheitsschutz der Mitarbeiter begonnen. Hierzu hat die DBAG auch einen Austausch der Portfoliounternehmen untereinander initiiert. Die Liquiditätssituation sowie der kurz- und mittelfristige Liquiditätsbedarf von Portfoliounternehmen wurde frühzeitig analysiert, um vorhandene Finanzierungsreserven zu mobilisieren und gegebenenfalls Anträge auf staatliche Förderprogramme zu stellen. Dies wird aus heutiger Sicht nur in einzelnen Fällen erforderlich sein.

Gemischtes Bild im breit diversifizierten Portfolio
Die in den letzten Jahren gezielt vorangetriebene Diversifizierung des DBAG Portfolios und dessen Größe zahlen sich aus. Die Corona-Krise wirkt sich auf die insgesamt 28 Portfoliounternehmen der DBAG unterschiedlich aus. Industrieunternehmen sind dabei tendenziell stärker belastet. Auf der anderen Seite ist eine ganze Reihe von Portfoliounternehmen wie etwa aus der Breitband-Telekommunikation kaum oder gar nicht betroffen. Hier läuft die Arbeit an der Realisierung der Entwicklungspotentiale weitgehend unbeeinträchtigt weiter. So konnten mit duagon und der Deutsche Infrastruktur- und Netzgesellschaft (DING-Gruppe, bisher: STG-Gruppe) zwei Portfoliounternehmen der DBAG im zweiten Quartal jeweils einen Unternehmenszukauf erfolgreich abschließen. vitronet, ein weiteres Portfoliounternehmen, das wie die DING-Gruppe im Fokussektor Breitband-Telekommunikation tätig ist, konnte zwei Zukäufe vereinbaren. Zudem hat vitronet erfolgreich einen Kreditvertrag unterzeichnet und dadurch das für Unternehmenszukäufe verfügbare Finanzierungsvolumen deutlich erhöht. Alle Unternehmen haben ihre Zukäufe aus eigener Kraft finanziert.

Für das Gesamtportfolio der DBAG kann die Situation als herausfordernd, aber beherrschbar beschrieben werden. Ob dies so bleibt, hängt entscheidend vom weiteren Verlauf der Pandemie ab, der mit einer hohen Unsicherheit behaftet ist. 

Nettovermögenswert der Private Equity Investments um rund 20 Prozent niedriger, Ergebnis aus der Fondsberatung besser als geplant
Insgesamt belasten die Auswirkungen der Pandemie die Bewertungen der Portfoliounternehmen der DBAG erheblich. Der Nettovermögenswert der Private Equity Investments ging – bereinigt um die Ende Februar ausgezahlte Dividende von 1,50 Euro je Aktie – im ersten Halbjahr (Stichtag 31. März 2020) um rund 20 Prozent zurück. Hierzu haben niedrigere Multiplikatoren, die wir zur Bewertung der Portfoliounternehmen heranziehen, beigetragen. Darüber hinaus war auch die Ergebnisveränderung der Unternehmen negativ, da die nachhaltigen Ergebnisperspektiven insbesondere der Unternehmen mit Industriebezug und der Automobilzulieferer inzwischen schwächer eingeschätzt werden als zum Ende des ersten Quartals des laufenden Geschäftsjahres. Gegenläufig wirkten hingegen niedrigere Carried-Interest-Ansprüche. Das Ergebnis aus der Fondsberatung war vor allem wegen geringerer Rückstellungen für variable Vergütungen besser als geplant.

Die DBAG hatte in der Ad-hoc-Mitteilung vom 20. März 2020 bekannt gegeben, dass die ursprüngliche Prognose für das Geschäftsjahr 2019/2020 nicht länger haltbar ist. Die DBAG erstellt derzeit ihren Halbjahresfinanzbericht und wird in diesem Zusammenhang auch eine neue Prognose für das laufende Geschäftsjahr erarbeiten.