10.12.2019

Deutsche Beteiligungs AG initiiert neuen Private-Equity-Fonds

  • Investoren und DBAG sagen mehr als eine Milliarde Euro zu
  • Beratenes Vermögen steigt auf rund 2,5 Milliarden Euro
  • Künftig auch Beteiligungen allein aus der DBAG-Bilanz
  • Erfolgreiches Geschäftsjahr 2018/2019: Konzernergebnis 45,9 Millionen Euro
  • Dividende steigt auf 1,50 Euro je Aktie
  • Zurückhaltender Ausblick auf 2019/2020

Frankfurt am Main, 10. Dezember 2019. Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) hat einen weiteren Private-Equity-Fonds initiiert. Mit Kapitalzusagen von bisher gut einer Milliarde Euro übertrifft der DBAG Fund VIII das Volumen seines Vorgängerfonds; der DBAG Fund VII war 2016 mit Zusagen von 1.010 Millionen Euro geschlossen worden. Auf die DBAG entfällt ein Co-Investment von 255 Millionen Euro, gemessen am DBAG Fund VII eine Steigerung um gut 25 Prozent. Grundlage für das Fundraising weniger als vier Jahre nach dem Start der Investitionsperiode des Vorgängerfonds war der anhaltend zügige Investitionsfortschritt. Im vergangenen Geschäftsjahr 2018/2019 löste die DBAG Investitionsentscheidungen über rund 380 Millionen Euro aus; aus der Bilanz der DBAG wurden an der Seite der DBAG-Fonds rund 78 Millionen Euro investiert. Mit 45,9 Millionen Euro (Vorjahr: 29,7 Millionen Euro) fiel das Konzernergebnis höher aus als zu Beginn des Geschäftsjahres erwartet. Zu dem guten Ergebnis haben vor allem Beteiligungen aus den neuen Fokussektoren der DBAG Breitband-Telekommunikation, IT-Services/Software und Healthcare beigetragen. Ihre Dividendenpolitik setzt die DBAG fort: Die Ausschüttung soll 1,50 Euro je Aktie betragen (Vorjahr: 1,45 Euro).

Zielgröße für DBAG Fund VIII: 1,1 Milliarden Euro

Zielgröße für den DBAG Fund VIII sind Investitionszusagen, einschließlich des Co-Investments der DBAG, von 1,1 Milliarden Euro. Sie liegt aufgrund des angestrebten Renditeniveaus der künftigen Investitionen wiederum nur leicht über der Größe des Vorgängerfonds. Die Investitionsperiode des DBAG Fund VII hatte im Dezember 2016 begonnen; inzwischen hat der Fonds acht Management-Buy-outs strukturiert, davon drei unter Einsatz des Top-up Fund.

Es wird erwartet, dass der DBAG Fund VIII Anfang 2020 komplettiert werden kann. Der Fonds wird überwiegend Eigenkapitalinvestments zwischen 40 und 100 Millionen Euro strukturieren. Dies entspricht Unternehmenswerten von 75 bis 250 Millionen Euro. Wie sein Vorgänger besteht der DBAG Fund VIII aus zwei Teilfonds: Von dem Hauptfonds mit einem Zielvolumen von 900 Millionen Euro entfallen 210 Millionen Euro auf die Co-Investitionen der DBAG; er wird ergänzt durch einen „Top-up Fund“ mit 200 Millionen Euro (DBAG-Anteil: 45 Millionen Euro). Diese Struktur ermöglicht größere Transaktionen; einschließlich der Mittel aus dem Top-up Fund können bis zu rund 220 Millionen Euro je Transaktion investiert werden.

Das von der DBAG verwaltete bzw. beratene Vermögen, es umfasst neben den investierten Mitteln der DBAG und der Fonds die abrufbaren Kapitalzusagen sowie die verfügbaren Finanzmittel der DBAG, steigt mit dem DBAG Fund VIII auf rund 2,5 Milliarden Euro.

Breiteres Angebot: Eigenkapitalbeteiligungen mit längerer Laufzeit

Mit der Auflage des Fonds ist eine strategische Weiterentwicklung der DBAG verbunden: Besonders langlaufende, überwiegend minderheitliche Beteiligungen im unternehmergeführten Mittelstand wird die DBAG künftig rein aus der eigenen Bilanz finanzieren. Diese Bilanzinvestments betreffen Investitionsgelegenheiten, die die übliche Laufzeit eines Private-Equity-Fonds überschreiten und damit nicht zu der Anlagestrategie der von der DBAG beratenen Fonds passen. „Wie attraktiv solche Minderheitsbeteiligungen an Familienunternehmen sein können, haben gerade im vergangenen Geschäftsjahr die erfolgreichen Veräußerungen von Novopress und inexio gezeigt“, sagte Vorstandssprecher Torsten Grede heute bei der Vorlage des Konzernabschlusses 2018/2019 in Frankfurt am Main. Auf diese beiden Veräußerungen entfällt mehr als die Hälfte des Bewertungs- und Abgangsergebnisses 2018/2019.

Belastung aus Beteiligungen mit Bezug zu Autoindustrie und Windkraft

Die DBAG hatte 2013 begonnen, gezielt in Beteiligungen außerhalb ihrer traditionellen Kernsektoren Maschinen- und Anlagebau, Automobilzulieferer, Industrielle Dienstleistungen und Industrielle Komponenten zu investieren. „Dies ist uns jetzt mit entsprechenden Ergebnisbeiträgen aus diesen Beteiligungen zugutegekommen“, so Grede weiter. Die nachlassende Wachstumsdynamik, die inzwischen zu einer Rezession in der deutschen Industrie geführt hat, belastete hingegen das Ergebnis. Die operative Entwicklung einiger Portfoliounternehmen mit Bezug zur Automobilindustrie und zur Windkraftbranche ist schwächer als in den Vorjahren; vergleichbare Unternehmen am Kapitalmarkt werden inzwischen mit niedrigeren Multiplikatoren bewertet – dies belastet den Wertansatz der Beteiligungen in der DBAG-Bilanz.

Durchschnittliche Eigenkapitalrendite 11,5 Prozent

Im Konzern verbesserte sich der (um die Ausschüttung bereinigte) Nettovermögenswert um 5,2 Prozent. Das Ergebnis der Fondsberatung erreichte 3,0 Millionen Euro nach 5,6 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Das Konzernergebnis beträgt 45,9 Millionen Euro. Das Konzern-Gesamtergebnis ist durch höhere Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen aufgrund deutlich niedrigerer Zinsen belastet. Das Ergebnis je Aktie von 3,05 Euro entspricht einer Rendite auf das Eigenkapital von 9,1 Prozent und übertrifft damit die Kosten des Eigenkapitals, die aktuell 5,7 Prozent betragen, deutlich. Über zehn Jahre erreicht die DBAG eine durchschnittliche Eigenkapitalrendite von 11,5 Prozent.

Die DBAG verfügt nach wie vor über eine solide Bilanz mit einer Eigenkapitalquote von rund 94 Prozent. Die Finanzmittel haben sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich vermindert. Rund 120 Millionen Euro können für Investitionen genutzt werden. Im Durchschnitt der kommenden drei Geschäftsjahre (2019/2020 und zwei Folgejahre) will die DBAG rund 90 Millionen Euro jährlich investieren. 2018/2019 konnte die DBAG ihr Portfolio um fünf Beteiligungen ergänzen, darunter mit der blikk Holding, einer Radiologiegruppe, eine Beteiligung, die schon 2016/2017 vereinbart worden war. In allen Fällen haben Unternehmensgründer oder Familiengesellschafter die DBAG als Partner gewählt. Ebenso viele Unternehmen haben das Portfolio verlassen, das damit zum Stichtag weiterhin aus 27 Beteiligungen an Unternehmen des (überwiegend) deutschen Mittelstands bestand.

Jährliche Wertsteigerung über fünf Jahre von 14 Prozent

Mit dem für 2020 erwarteten Beginn der Investitionsperiode des DBAG Fund VIII werden die Einnahmen der DBAG aus der Verwaltung und Beratung von Private-Equity-Fonds von derzeit 27,0 Millionen Euro (2018/2019) weiter steigen. „Der neue Fonds unterstützt das Wachstum der DBAG, und zwar in beiden Geschäftsfeldern“, stellte Susanne Zeidler, Finanzvorstand der DBAG heraus. „Dank der größeren Co-Investments wird der Nettovermögenswert mittelfristig kräftig zulegen, das Ergebnis aus dem Fondsgeschäft wird schon im neuen Jahr deutlich höher ausfallen – so erreichen wir einen starken Impuls zur Steigerung des Unternehmenswerts der DBAG, unserem zentralen Ziel.“ Aufgrund der Erweiterung des Produktangebots um Bilanzinvestments, also Beteiligungen mit tendenziell längerer Beteiligungsdauer, ergibt sich weiteres Potenzial zur Steigerung des Nettovermögenswertes. Seit 2014 ist der Nettovermögenswert der DBAG um mehr als die Hälfte auf rund 470 Millionen Euro gestiegen, obwohl seither 102 Millionen Euro an die Aktionäre ausgeschüttet wurden. Aus diesen Zahlen errechnet sich eine Wertsteigerung um fast 14 Prozent jährlich.

Zurückhaltende Erwartungen an 2019/2020

Kurzfristig, also für das neue, laufende Geschäftsjahr 2019/2020, ist der DBAG-Vorstand zurückhaltend. „Wir erwarten insbesondere für die Industrieunternehmen im Portfolio eine eher gedämpfte Entwicklung“, sagte Vorstandssprecher Grede: „Die Industrieunternehmen spüren die Unsicherheit, die insbesondere aus den Strukturveränderungen in der Automobilindustrie und aus dem internationalen Handelsstreit resultiert.“ Der DBAG-Vorstand geht davon aus, dass sich Wertsteigerungen für einige Unternehmensbeteiligungen unter den konjunkturellen Vorzeichen später einstellen werden als zunächst geplant. Der Nettovermögenswert wird deshalb der Prognose zufolge nur leicht, also um bis zu zehn Prozent, steigen; weil im Geschäftsjahr 22,6 Millionen Euro an die Aktionäre ausgeschüttet werden sollen, wird der Nettovermögenswert zum Stichtag 30. September 2020 leicht unter dem Wert zum jüngsten Stichtag liegen. Das Ergebnis aus dem Fondsgeschäft hingegen wird 2019/2020 deutlich steigen. Das Konzernergebnis wird moderat unter dem fünfjährigen Durchschnittswert, also in einer Spanne zwischen 28 und 37 Millionen Euro erwartet.