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Größerer Aktionsradius: Erste Beteiligung in Norditalien

Größerer Aktionsradius: Erste Beteiligung in Norditalien

 

Attraktiver Markt mit einer Vielzahl von Beteiligungsmöglichkeiten

„In Deutschland wird mehr Speiseeis produziert als in Italien“ – eine falsche Aussage? „Der italienische Maschinen- und Anlagenbau stellt mehr Verpackungsmaschinen her als der deutsche“ – auch das nicht korrekt? Die Gefahr des Irrens ist groß, wenn man gängigen Vorurteilen folgt: Beide Aussagen sind korrekt. Wer das nicht glauben mag, prüfe die Quellenangaben am Ende dieses Textes.

In Italien, die viertgrößte Volkswirtschaft Europas und das Land mit dem achthöchsten Bruttoinlandsprodukt der Welt (2018), ist eine führende Industrienation. Die meist im Norden des Landes angesiedelten Firmen sind eng mit deutschen Industrieregionen verzahnt und beliefern unter anderem die deutsche Automobilindustrie. In vielen Highend-Bereichen sind italienische Industrieunternehmen internationale Benchmark. Wichtigste Exportbranche ist die Königsdisziplin der Industrie: der Maschinenbau.

Besonders in Norditalien gibt es eine Wirtschaftsstruktur, die mit der in Bayern, Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen vergleichbar ist: Hier wie da findet sich eine Vielzahl mittelständischer Unternehmen, überwiegend in Familienhand. Die Industrie hat einen überdurchschnittlichen Anteil an der Wertschöpfung, viele Unternehmen können die Technologieführerschaft für sich reklamieren.

Vielfältige Industrielandschaft mit traditions- und erfolgreichen Unternehmen

So richtig überrascht war deshalb eigentlich niemand darüber, dass die DBAG im August auch in Norditalien ein MBO strukturiert hat: Warum nicht das auf andere Märkte übertragen, was man in Deutschland und den deutschsprachigen Nachbarländern Österreich und Schweiz seit Jahrzehnten erfolgreich praktiziert? Vor einigen Jahren hat das Investmentteam der DBAG deshalb begonnen, den italienischen Markt systematisch zu erschließen und dort ein Netzwerk aufzubauen. Dabei wird keineswegs von Beginn an die ganze Bandbreite der Beteiligungsmöglichkeiten in den Blick genommen. Die DBAG zielt dort vor allem auf die vielfältige, traditionsreiche und erfolgreiche Industrielandschaft, zu der unter anderem der Maschinen- und Anlagenbau sowie die Hersteller industrieller Komponenten zählen. Allein in diesen beiden Sektoren hat die DBAG in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehr als 20 Beteiligungen strukturiert.

Genau dieses Sektor-Know-how war Grundlage für den Abschluss des ersten MBOs in Norditalien: PM Plastic Materials ist der größte europäische Produzent von vorverdrahteten und leeren Kunststoffkabelrohren, die überwiegend zur Elektroinstallation verwendet werden. Eine wichtige Rolle hat dabei gespielt, dass die DBAG mit ihrer Transparenz und langen Historie unter den Gesellschaftern von Familienunternehmen punkten kann: PM Plastic Materials wurde von der Gründerfamilie an den DBAG Fund VII und die DBAG veräußert.

Nicht nur die Wirtschaftsstruktur Norditaliens ist attraktiv und der deutschen vergleichbar. Hier wie dort wächst die Bereitschaft, sich Private Equity zu öffnen – die Zahl der Beteiligungsmöglichkeiten steigt in Deutschland und in Italien im Vergleich zu anderen europäischen Ländern überdurchschnittlich. Die Transaktionsgrößen im relevanten Markt sind in beiden Ländern annähernd gleich, das Marktvolumen, gemessen an der Größe der jeweiligen Volkswirtschaft, ebenfalls ähnlich groß.

„Wir eröffnen uns neue Beteiligungsmöglichkeiten“

Doch es sind nicht nur die attraktiven Beteiligungsmöglichkeiten, die den Blick über den Brennerpass ausgelöst haben. „Mit der regionalen Ver­breiterung unserer Investitionsstrategie eröffnen wir uns mehr Investitionsmög­lichkeiten für die von uns beratenen Fonds in einem attraktiven Markt“, sagte Vorstandssprecher Torsten Grede aus Anlass der Beteiligungsvereinbarung Anfang August. Die Chancen auf weitere MBOs in Norditalien sind gut: Es gibt nur wenige Private-Equity-Gesellschaften, die in Italien mit so starkem Fokus auf Unternehmen mit industriellen Geschäftsmodellen aktiv sind. Auch an dieser Stelle kommt die enge Verflechtung der beiden Länder ins Spiel: Deutschland ist Italiens Exportpartner Nummer eins – das spricht aus Sicht eines italienischen Unternehmens eher für als gegen einen Private-Equity-Partner aus Deutschland.

Quellen:
https://de.statista.com/infografik/22554/produktionsmenge-von-speiseeis-in-europaeischen-laendern/ ; Eurostat