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Durchschnittliches Kursziel 44,20 Euro – Analysten sehen großes Potenzial

Die einen nennen es „very good results”, die anderen sprechen von „the biggest surprise“ oder betrachten die Halbjahreszahlen der Deutschen Beteiligungs AG als „ahead of expectations“. Vor allem das starke Wachstum des Nettovermögenswertes hat die Analysten beeindruckt. Diese wichtige Steuerungskennzahl ist innerhalb der ersten sechs Monate deutlich stärker als zu Beginn des Geschäftsjahres erwartet: 13,4 Prozent beträgt die Steigerung, wenn man die im Februar 2021 ausgeschüttete Dividende berücksichtigt. Und auch die Steuerungskennzahl des zweiten Segments, der Fondsberatung, hat mit 9,1 Millionen Euro nach dem ersten Halbjahr schon mehr als die Hälfte des erwarteten Jahresergebnisses von 15 bis 16 Millionen Euro erreicht.

Ihre Kaufempfehlungen begründen die Analystinnen und Analysten allerdings nicht mit dem bisher Erreichten. Sie richten den Blick auf das Potenzial, das im Portfolio der DBAG steckt – derzeit Beteiligungen an 33 mittelständischen Unternehmen in (ganz überwiegend) Deutschland und in angrenzenden europäischen Ländern. Diese Beteiligungen waren zum jüngsten Stichtag 31. März mit dem 1,3-Fachen ihrer ursprünglichen Anschaffungskosten bewertet. Tom Mills, Analyst bei Jefferies, nennt das „konservativ“, verglichen mit dem Erfolg früherer Beteiligungen, die im langjährigen Durchschnitt zum 2,7-Fachen der Kosten veräußert wurden. Marie-Thérèse Grübner (Hauck & Aufhäuser) spricht von einer „bescheidenen“ Bewertung. Und Stephan Scharff und Christopher Mehl (SRC Research) sehen angesichts dieses Wertansatzes noch „deutliches Aufwertungspotenzial“.

Ihre Zuversicht richten die Analysten überwiegend schon auf die nahe Zukunft. Sie weisen darauf hin, dass die DBAG mit den Halbjahreszahlen das untere Ende der im März 2021 angehobenen Prognose für das laufende Geschäftsjahr schon überschritten habe. Dies gilt für das Ergebnis aus dem Beteiligungsgeschäft und für das Konzernergebnis: Mit 70,7 Millionen Euro (Ergebnis aus dem Beteiligungsgeschäft) bzw. 73,1 Millionen Euro (Konzernergebnis) ist nach sechs Monaten das Jahresziel schon fast geschafft („65 bis 75 Millionen Euro“ bzw. „70 bis 80 Millionen Euro“). Angesichts dessen sei die Prognose „konservativ“, meinen Cansu Tatar und Eggert Kuls von Warburg Research und bestätigen ihr „Kaufen“-Urteil.

Die Kapitalerhöhung betrachten die Analysten aus zwei Blickwinkeln: Sie stellen einerseits heraus, dass die neuen Aktien zu einem Preis ausgegeben wurden, der sowohl unterhalb des Nettovermögenswertes als auch des Eigenkapitals je Aktie zum 31. März lag. Dies könne man durchaus kritisch sehen, meint Christopher Brown, einer der erfahrensten Analysten des Sektors, um im selben Satz, wohl mit Blick auf den Ausgleich durch die Bezugsrechte, ganz nüchtern festzustellen: „Doch erleiden Investoren, die ihre Anlagen genau verfolgen, dadurch keinen tatsächlichen Verwässerungseffekt.“

Anderseits wird jedoch der Blick auf die Chancen gerichtet, die sich aus der besseren Kapitalverfügbarkeit für die DBAG ergeben. Sie hat sich nicht nur durch den Nettozufluss aus der Ausgabe der neuen Aktien von rund 100 Millionen Euro verbessert, sondern auch durch eine abermalige Ausweitung der Kreditlinie. Hinzu kommen Rückflüsse aus den jüngst vereinbarten bzw. abgeschlossenen Veräußerungen. Auf rund 200 Millionen Euro addieren die Analystinnen und Analysten die aktuelle „Fire-power“ der DBAG und messen diese Zahl an dem Investitionsziel für das laufende und die beiden folgenden Geschäftsjahre von rund 360 Millionen Euro.

Überraschend gute Ergebnisse, eine – aus Sicht der Analysten – „konservative“ Bewertung und eine deutlich stärkere Kapitalausstattung: Diese drei Argumente wenden die professionellen Kapitalmarktbeobachter in ihre Kaufempfehlungen. Am deutlichsten wird dabei Jefferies-Analyst Mills: „Hier ergibt sich eine seltene Gelegenheit für ein Aktienengagement in einem ‚Private-Market‘-Unternehmen, bei dem das Management eine konservative Portfoliobewertung vornimmt und der Markt die Aktie niedrig bewertet.“

Datum

Bank/Research-Haus

Analyst

Bewertung

Kursziel

14.6.2021

Baader Helvea Equity Research

Tim Dawson

Buy

42,20 €

14.6.2021

Jefferies International Limited

Tom Mills

Buy

44,00 €

17.5.2021

Hauck & Aufhäuser

Marie-Thérèse Grübner

Buy

46,40 €

12.5.2021

Warburg Research GmbH

Cansu Tatar / Eggert Kuls

Buy

47,00 €

12.5.2021

SRC Research GmbH

Stefan Scharff / Christopher Mehl

Buy

45,00 €

12.5.2021

J.P. Morgan Cazenove

Christopher Brown

Neutral

n.a.


Research-Berichte wenden sich grundsätzlich an professionelle Investoren und sind deshalb nicht öffentlich verfügbar. Auf der DBAG-Website werden aus regulatorischen Gründen lediglich die Berichte von Warburg Research und von Edison Research zum Download angeboten. Die Tabelle der Empfehlungen und Kursziele wird dort stets aktualisiert.

Quellen:
Baader Helvea Equity Research Company Flash 14 June 2021
Jefferies Equity Research 14 June 2021
Hauck & Aufhäuser Update 17 May 2021
J.P. Morgan Cazenove Investment Companies Daily 12 May 2021
SRC Research Update 12. Mai 2021
Warburg Research First Glance 12. Mai 2021