DEEN
26.01.2012

MITTLERER BUY-OUT-MARKT: MEHR TRANSAKTIONEN ALS IM VORJAHR

„FINANZIERUNG BLEIBT KRITISCHER FAKTOR“

Frankfurt am Main, 26. Januar 2012. Mehr Management-Buy-outs im mittleren Marktsegment als im Jahr zuvor, kein Nachlassen der Aktivität im zweiten Halbjahr nach dem Kursrutsch an den Kapitalmärkten – das zeigt die Statistik, die die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) heute veröffentlicht hat. 2011 wurden 31 Transaktionen im Wert von 3,5 Milliarden Euro registriert, fünf mehr als im Jahr zuvor (Wert: 2,4 Milliarden Euro). In der Statistik berücksichtigt werden ausschließlich Transaktionen, in denen Finanzinvestoren Unternehmen mehrheitlich unter Beteiligung des Managements erwerben und die einen Transaktionswert für das schuldenfreie Unternehmen von 50 bis 250 Millionen Euro aufweisen. Grundlage der Statistik sind öffentlich zugängliche Quellen sowie Schätzungen und Recherchen der DBAG in Zusammenarbeit mit dem Magazin FINANCE.

Quelle: 1996 bis 2010 „European Management Buy-outs Report – 1st half 2011 Review”, Centre for
Management Buy-out Research (Nottingham University Business School); 2011: Deutsche Beteiligungs AG

Während es 2011 nur sehr wenige Transaktionen im oberen Segment des Marktes gab, weil solche Transaktionen offensichtlich nicht zu finanzieren waren, zeigte sich der mittlere Buy-out-Markt nahezu unbeeindruckt von der Unsicherheit an den Märkten. An den 31 Transaktionen des Jahres 2011 waren 23 Finanzinvestoren beteiligt; fünf Investoren waren zwei Mal auf der Käuferseite zu finden, die Deutsche Beteiligungs AG strukturierte drei Management-Buy-outs gemeinsam mit ihren Parallelfonds.

VerkaufsgegenstandVerkäuferFinanzinvestor
AnvisArquesHIG Europe
Paper+DesignNord HoldingHannover Finanz
RHM KlinikenRolf-Henning MayerWaterland
GealanAxa Private EquityHalder
Duales System DeutschlandKKRSolidus Partners, HIG Europe
d&b AudiotechnikAfinumOdewald & Compagnie
RomacoRobbins & MyersDeutsche Beteiligungs AG
TeleplanStreubesitzGilde
ADAHalderCarlyle
Walter ServicesOdewald, Capiton, GildeHIG Europe, Anchorage
Case TechAdcuramEquita
CompoK+STriton
OaseCognetasEquistone
EuropartFamilie PederzaniTriton
LynxGründerG Square
Haltermann ProductsDow ChemicalHIG Europe
TransporeonUnternehmensgründerRiverside
NovemGläubigerbanken/EquistoneBregal
Lapp InsulatorsAndlinger & CoQuadriga
InTimeECMEquistone
LosbergerGründerHIG Europe
MustangHeiner SefranekA-Capital
PharmazellAuctus, Lead EquitiesErgon
CordenkaCVC, Akzo NobelChequers
Kobusch-SengewaldPregisSun Capital
KeymileHannover FinanzRiverside, Halder
FerrostaalMANMPC Industries
Blohm + VossThyssen KruppStar Capital
SpherosBaird Capital Partners, CapcellenceDeutsche Beteiligungs AG
OberbergklinikenGründerfamilie GottschaldtOdewald & Compagnie
BrötjeClass KGaADeutsche Beteiligungs AG

In jeder zweiten Transaktion waren Private-Equity-Gesellschaften auch auf der Verkäuferseite zu finden. Neben elf Secondary-Buy-outs wurden je zwei Transaktionen registriert, in denen Unternehmen bereits zum dritten bzw. vierten Mal von einem Finanzinvestor erworben wurden. Sechs Mal wurde mit einem Management-Buy-out der Gesellschafterwechsel in einem Familienunternehmen vollzogen.

Das Spektrum der Branchen, denen die finanzierten Unternehmen angehören, ist 2011 sehr breit gewesen. Fünf Transaktionen betrafen Chemieunternehmen, je vier den Maschinen- und Anlagenbau (darunter zwei Transaktionen der DBAG), Gesundheitsunternehmen und Konsumgüterhersteller. Je drei Mal erwarben Finanzinvestoren Automobilzulieferer, Logistik-Dienstleister und Unternehmen aus der Elektronik-Industrie. In den Vorjahren hatte der Anteil der Transaktionen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, der Automobilzulieferindustrie und den industriellen Dienstleistungen – Sektoren, in die die Deutsche Beteiligungs AG bevorzugt investiert – deutlich höher gelegen.

„Für die weitere Entwicklung der Marktaktivität wird entscheidend sein, wie sich das Angebot von Akquisitionsfinanzierungen entwickelt“, äußerte DBAG-Vorstandssprecher Wilken von Hodenberg anlässlich der Vorstellung der aktuellen Marktstatistik. „Es gibt erfreulich viele gute Unternehmen, für die neue Gesellschafter gesucht werden, aber in den vergangenen Monaten ist es zunehmend schwerer geworden, Banken zu einer Finanzierungszusage zu bewegen“, so von Hodenberg weiter.