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26.01.2012

DEUTSCHE BETEILIGUNGS AG: KAPITALMARKTENTWICKLUNG BELASTET

  • 16,6 Mio. Euro Konzernfehlbetrag wegen schlechter Börsenverfassung
  • Nach erfolgreichen Veräußerungen 0,80 Euro je Aktie Ausschüttung
  • Weiterhin hohe Liquidität
  • Guter Start ins neue Geschäftsjahr: Zwei MBOs vereinbart

Frankfurt am Main, 26. Januar 2012. Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) schließt das Geschäftsjahr 2010/2011 mit einem Konzernfehlbetrag von 16,6 Millionen Euro ab. Das Eigenkapital je Aktie sinkt auf 17,47 Euro. Wesentlicher Grund dafür ist ein negatives Bewertungsergebnis von 20,6 Millionen Euro; es beruht ganz überwiegend auf dem Kursrückgang der börsennotierten Beteiligung im Portfolio, der Homag Group AG. Sie wird mit dem Börsenkurs des Stichtages bewertet. Der Kurs der Homag-Aktie sank im Geschäftsjahr 2010/2011 von 15,48 Euro auf 8,48 Euro; daraus resultiert ein ergebniswirksamer negativer Bewertungseffekt von 18,5 Millionen Euro. Die Deutsche Beteiligungs AG zieht auch zur Bewertung ihrer nicht-börsennotierten Beteiligungen überwiegend Parameter heran, die vom Kapitalmarkt abgeleitet sind. Deswegen wirkten sich die deutlichen Kursrückgänge an den Börsen seit August 2011 auch negativ auf den Wertansatz der übrigen Beteiligungen aus – ungeachtet der überwiegend positiven Entwicklung dieser Beteiligungen.

Der Bestand an liquiden Mitteln ist durch den Konzernfehlbetrag nicht beeinträchtigt. Die Deutsche Beteiligungs AG weist zum Bilanzstichtag 31. Oktober 2011 flüssige Mittel und Wertpapiere von 155,6 Millionen Euro aus, rund 15 Millionen Euro mehr als ein Jahr zuvor. Der Anstieg geht unter anderem auf Zuflüsse aus den (Teil-) Veräußerungen der Beteiligungen an der Heim & Haus Holding GmbH und der Preh GmbH im Mai und im Juni zurück. Angesichts dieser beiden erfolgreichen Transaktionen schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung vor, zusätzlich zu der unveränderten Basisdividende von 0,40 Euro je Aktie eine Sonderdividende von 0,40 Euro je Aktie auszuschütten, insgesamt also 0,80 Euro je Aktie.

Das vorangegangene Geschäftsjahr 2009/2010 hatte die DBAG mit einem Konzernüberschuss von 34,1 Millionen Euro und einem Eigenkapital je Aktie von 20,03 Euro beendet. Davon waren im März 2011 1,40 Euro je Aktie ausgeschüttet worden. Der Konzernfehlbetrag des jüngsten Geschäftsjahres 2010/2011 reduziert das Eigenkapital je Aktie um weitere 1,16 Euro je Aktie oder 6,2 Prozent. Die durchschnittliche Eigenkapitalrendite je Aktie über die vergangenen zehn Geschäftsjahre (2001/2002 bis 2010/2011) beträgt jetzt 11,2 Prozent.

Wichtige Kennzahlen2010//20112009/2010
Konzernergebnis–16,6 Mio. €34,1 Mio. €
Eigenkapitalrendite je Aktie–6,2 %12,7 %
Eigenkapital je Aktie (zum 31. Oktober)17,47 €20,03 €
Ausschüttung (2010/2011: Vorschlag)
Dividende0,40 €0,40 €
Sonderdividende0,40 €1,00 €

„2010/2011 war ein Geschäftsjahr mit zwei unterschiedlichen Gesichtern“, kommentierte Wilken von Hodenberg, Sprecher des Vorstands der Deutschen Beteiligungs AG, heute das Ergebnis während der Bilanzpressekonferenz: „In den ersten beiden Quartalen hatten wir einen Überschuss von rund 20 Millionen Euro erwirtschaftet – dieser Erfolg wurde durch die schlechte Kapitalmarktstimmung von August an mehr als aufgezehrt.“

ÜBERDURCHSCHNITTLICHE AUSSCHÜTTUNGSRENDITE

Von Hodenberg wies darauf hin, dass der Konzernfehlbetrag einzig auf Bewertungseffekten beruht, nicht auf realisierten Verlusten: „Gerade die beiden Veräußerungen des vergangenen Geschäftsjahres zeigen, dass negative Bewertungsveränderungen im Lauf eines Jahres keine Aussage über den Erfolg einer einzelnen Unternehmensbeteiligung erlauben.“ So lag der Wertansatz der Beteiligungen an Preh und Heim & Haus in den vergangenen Jahren zeitweise deutlich unter ihren aktuellen Anschaffungskosten. 2011 wurden beide Beteiligungen dennoch zu Preisen veräußert, die diese Anschaffungskosten weit übertrafen und die Renditeerwartungen erfüllten. „Diese Veräußerungserlöse ermöglichen es uns, abermals eine Sonderdividende vorzuschlagen und so unseren Aktionären wieder eine überdurchschnittliche Ausschüttungsrendite zu gewähren“, so der Vorstandssprecher während der Bilanzpressekonferenz. Gemessen am aktuellen Aktienkurs beträgt die Ausschüttungsrendite gut fünf Prozent, bezogen auf das Eigenkapital je Aktie zu Beginn des abgelaufenen Geschäftsjahres 4,3 Prozent.

Die DBAG wertet das Geschäftsjahr 2010/2011 trotz des Konzernfehlbetrags nicht als Jahr des Misserfolgs. Von Hodenberg: „Wir haben unsere Strategie konsequent weiterverfolgt und entsprechend unserer Beteiligungskriterien investiert – in die Romaco-Gruppe während des Geschäftsjahres, in Spheros und Brötje kurz nach dessen Ende. Die meisten Portfoliounternehmen sind gut vorangekommen und beendeten das Jahr mit höheren Umsätzen und Ergebnissen als zuvor. Und schließlich: Mit dem Zeichnungsschluss für einen neuen Parallelfonds haben wir die Finanzierungsbasis für künftige Beteiligungen an Unternehmen des Mittelstands in Deutschland ausgebaut.“

WESENTLICHE UNTERNEHMEN IM PORTFOLIO DER DEUTSCHEN BETEILIGUNGS AG

UnternehmenBranche
Clyde-Bergemann-GruppeMaschinen- und Anlagenbau
Coperion GmbHMaschinen- und Anlagenbau
Coveright GmbHSpezialchemie
FDG S.A.Industriedienstleistung
Grohmann GmbHMaschinen- und Anlagenbau
Homag Group AGMaschinen- und Anlagenbau
ICTS Europe Holdings B.V.Industriedienstleistung
Preh GmbHAutomobilzulieferung
Romaco-GruppeMaschinen- und Anlagenbau

GUTER START INS NEUE GESCHÄFTSJAHR

„Mit der Strukturierung zweier MBOs hat das Geschäftsjahr gut für uns begonnen“, so Vorstandssprecher von Hodenberg; „wir hoffen, dass in den kommenden Monaten weitere interessante Beteiligungen hinzukommen.“ Dafür stehen der Deutschen Beteiligungs AG mit rund 400 Millionen Euro ausreichend Mittel zur Verfügung. Zu den (nach den jüngsten Investitionen und der vorgeschlagenen Ausschüttung) mehr als 120 Millionen Euro aus der eigenen Bilanz kommen die Investitionszusagen der Parallelfonds, des DBAG Expansion Capital Fund für Wachstumsfinanzierungen und des DBAG Fund V für Management-Buy-outs.

Ein stabiles wirtschaftliches Umfeld vorausgesetzt, erwartet die DBAG für das laufende Geschäftsjahr Wertsteigerungen der bestehenden Beteiligungen und entsprechend positive Bewertungsbeiträge aus dem Portfolio. Das Unternehmen weist aber darauf hin, dass sich seine Portfoliounternehmen dem Einfluss der Konjunktur nicht entziehen können. Ob und in welchem Umfang im laufenden Geschäftsjahr tatsächlich Wertsteigerungen möglich sein werden, ist angesichts des instabilen wirtschaftlichen Umfelds ungewiss. Eine Prognose über das Ergebnis des neuen Geschäftsjahres wird deshalb nicht gegeben.