DEEN
16.10.2012

DEUTSCHE BETEILIGUNGS AG VERÄUSSERT COPERION

US-AMERIKANISCHE HILLENBRAND INC. ERWIRBT MASCHINENBAUUNTERNEHMEN / VIERTES QUARTAL VORAUSSICHTLICH MIT POSITIVEM ERGEBNIS

Frankfurt am Main, 16. Oktober 2012. Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG), von ihr beratene Fondsgesellschaften und das Coperion-Management veräußern ihre Beteiligung an der Coperion Capital GmbH (Coperion) an die US-amerikanische Hillenbrand, Inc. (Hillenbrand). Ein entsprechender Kaufvertrag wurde heute unterzeichnet. Die DBAG und ihr Parallelfonds hatten Coperion im Juli 2007 unter Beteiligung des Coperion-Managements im Zuge eines Management-Buy-outs erworben. Der aktuelle Kaufvertrag steht unter anderem noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden. Mit dem Vollzug des Vertrages wird innerhalb des laufenden Kalenderjahres gerechnet. Die DBAG erzielt mit dem Kaufpreis in etwa eine Vierfachung des eingesetzten Kapitals ihrer Aktionäre und der Fondsinvestoren und damit ein Ergebnis, das die üblichen Renditeerwartungen übertrifft. Der Kaufpreis liegt über der Bewertung der Beteiligung im jüngsten Zwischenabschluss der DBAG zum 31. Juli 2012; der Bewertungszuwachs wird dazu beitragen, dass das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2011/2012 (31. Oktober) aus heutiger Sicht mit einem leicht positiven Ergebnis endet.

Die Unternehmen der Coperion-Gruppe entwickeln, fertigen und vertreiben Schüttgutförderanlagen zur Förderung und Lagerung sowie Maschinen zur Herstellung und Weiterverarbeitung von Kunststoffen, Chemikalien und Lebensmitteln in Pulver- und Granulatform. Coperions Kunden produzieren überwiegend Kunststoffe, immer häufiger sind sie aber auch Hersteller von Nahrungsmitteln und Arzneimitteln. Kernkompetenzen sind das so genannte Compounding und die Extrusion, also das Mischen unterschiedlicher Stoffe unter Druck und Temperaturveränderung, sowie die Bereitstellung entsprechender Verfahren zur Förderung pulver- und granulatförmiger Schüttgüter.

Coperion hat sich in den vergangenen fünf Jahren gut entwickelt. Seit Beginn der Beteiligung der DBAG ist insbesondere das Service-Geschäft des Unternehmens ausgebaut worden und stark gewachsen, etwa durch die Gründung weiterer internationaler Vertriebs- und Servicestandorte. Seit 2007 wurden durch erhebliche Investitionen in den Standort Stuttgart die Produktionsabläufe neu strukturiert und verbessert. Das starke regionale Wachstum in Märkten wie China, Indien und dem Nahen und Mittleren Osten dokumentiert, dass es gelungen ist, das große Know-how des Unternehmens aus den traditionellen Märkten auch in andere Regionen zu übertragen. Im Januar 2012 und im April 2012 erwarb Coperion zudem zwei kleinere Unternehmen, die das Produktsortiment ergänzen. In den vergangenen 12 Monaten (30. September 2012) setzte Coperion 518 Millionen Euro um, verglichen mit 480 Millionen Euro 2007, dem Jahr des Erwerbs durch die DBAG und die von ihr verwalteten Fondsgesellschaften. Während der Wirtschaftskrise war der Umsatz zwischenzeitlich deutlich gefallen, hatte sich aber 2011 und 2012 wieder deutlich gesteigert. Coperion ist nun deutlich besser positioniert, um die Folgen vergleichbarer Krisen abzufedern.

„Wir investieren in Unternehmen mit strukturellem Wertsteigerungspotenzial. Dieses Potenzial hat das Management in den vergangenen Jahren genutzt und Coperion zu einer sehr innovativen und flexiblen Unternehmensgruppe weiterentwickelt“, äußerte Dr. Rolf Scheffels, Mitglied im Vorstand der DBAG, aus Anlass der Vertragsunterzeichnung: „Heute ist Coperion durch eine bessere globale Aufstellung deutlich krisenresistenter und finanzstärker als zuvor.“

„Hillenbrand ist der perfekte Käufer“, sagte Günter Bachmann, Vorsitzender der Coperion-Geschäftsführung im Hinblick auf den Gesellschafterwechsel. Und weiter: „Hillenbrands Prozesstechnik und Coperion ergänzen sich hinsichtlich Produktportfolio und internationaler Präsenz sehr stark, beide Unternehmensgruppen werden sich enorm befruchten.“

„Der Kauf von Coperion markiert einen sehr bedeutenden Schritt für unser Unternehmen“, kommentierte Kenneth A. Camp, Hillenbrand-Vorstandsvorsitzender, die Transaktion. „Coperions Strategie ergänzt die Strategie unserer Process Equipment Group perfekt. Coperion ist ein hoch anerkanntes Unternehmen, das von einem außergewöhnlich guten Management-Team mit besonders viel internationaler Erfahrung geführt wird“, fügte Camp hinzu. Und: „Die Transaktion wird sich für uns alle auszahlen – in vielfältigen Möglichkeiten gemeinsamer Geschäfte, einer beschleunigten internationalen Expansion und in einem Ausbau unseres Ersatzteil- und Service-Geschäfts.“

Coperion war Ende 2000 durch den Zusammenschluss der Gesellschaften Werner & Pfleiderer und Waeschle entstanden. Coperion beschäftigt derzeit rund 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon gut 1.300 an zwei größeren deutschen Standorten in Stuttgart und Weingarten. Weitere Produktions- und Entwicklungsstandorte befinden sich in China (zwei), in den USA und in Indien.

Hillenbrand (www.hillenbrand.com) ist ein börsennotiertes, weltweit agierendes, breit aufgestelltes Industrieunternehmen mit zahlreichen Tochtergesellschaften, die in zwei unterschiedlichen Geschäftsplattformen eingebunden sind. Coperion wird künftig Teil der „Process Equipment Group“, auf die derzeit rund 30 Prozent des Hillenbrand-Umsatzes (2011: 883 Millionen US-Dollar) entfallen. Bisher sind in der Gruppe drei Unternehmen zusammengeführt: K-Tron liefert hauptsächlich Dosierungen und pneumatische Fördersysteme, Rotex stellt industrielle Sieb- und Trennanlagen her. TerraSource Global bietet weltweit Lösungen und Ausrüstungen auf dem Gebiet der Zerkleinerungsanlagen und Schüttgutanlagen an.

Die erfolgreiche Veräußerung der Beteiligung an Coperion führt zu einem positiven Beitrag für das Beteiligungsergebnis der Deutschen Beteiligungs AG im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2011/2012 von mehr als zehn Millionen Euro. Dieser Beitrag übersteigt die beiden aktuellen negativen Einflüsse auf das Ergebnis. So ist der Kurs der Homag-Aktie seit dem jüngsten Bewertungsstichtag um rund 15 Prozent gesunken. Außerdem ist zum Geschäftsjahresende eine Belastung des Eigenkapitals aus der Zinsentwicklung zu erwarten: Die DBAG geht davon aus, dass sich aus dem jährlich erstellten Gutachten zum Wert der Pensionsrückstellungen zum Geschäftsjahresende eine Nachdotierung dieser Rückstellungen ergeben wird. Diese Nachdotierung führte dann als versicherungsmathematischer Verlust zu einem niedrigeren Gesamtergebnis.