DEEN
27.11.2012

DEUTSCHE BETEILIGUNGS AG ERWIRBT HEYTEX BRAMSCHE GMBH

MANAGEMENT-BUY-OUT EINES UNTERNEHMENS FÜR TECHNISCHE TEXTILIEN / DEUTLICHER AUSBAU DES VERTRIEBS

Frankfurt am Main, 27. November 2012. Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) und der von ihr verwaltete Private-Equity-Fonds DBAG Fund V werden die Heytex Bramsche GmbH („Heytex“) im Rahmen eines Management-Buy-outs erwerben. Einen entsprechenden Kaufvertrag haben die DBAG und der Veräußerer des Unternehmens, die Beteiligungsgesellschaft NORD Holding Unternehmensbeteiligungsgesellschaft mbH, heute unterzeichnet. Der Vollzug des Vertrages steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Kartellbehörden. Über den Kaufpreis haben die Vertragsparteien Vertraulichkeit vereinbart. Die DBAG wird bis zu 6,6 Millionen Euro aus ihrer Bilanz investieren und künftig bis zu 19 Prozent an Heytex halten. Die übrigen Anteile werden der parallel investierende DBAG Fund V und Mitglieder des Heytex-Managements erwerben; auch die Nordholding wird sich mit zehn Prozent rückbeteiligen, um weiter an der Entwicklung des Unternehmens teilhaben zu können. Der Abschluss der Transaktion wird noch im laufenden Jahr erwartet.

Heytex (www.heytex.com) ist ein führender Hersteller textiler Druckmedien und technischer Textilien. Die Druckmedien werden in der Werbeindustrie eingesetzt, zum Beispiel als Banner an Fassaden oder als lichtdurchlässige Werbeträger. In diesem Kerngeschäft Druckmedien ist Heytex mit einer breiten Produktpalette Technologieführer und europäischer Marktführer. Technische Textilien zeichnen sich durch ihre Funktionalität aus, sie sind zum Beispiel schwer entflammbar, wasserresistent oder kratzfest. Eingesetzt werden sie als LKW-Plane oder als Zelt, aber auch als Ölsperre oder als Förderband. Das Unternehmen stellt beschichtete Gewebe her, dabei wird durch unterschiedliche Herstellungsverfahren das Gewebe aus Polyester oder anderen technologisch anspruchsvollen Mischgeweben mit Kunststoffen wie zum Beispiel PVC, Polyurethanen oder Acrylaten beschichtet. Heytex liefert seine Produkte auf Rolle zu seinen Kunden, die daraus textile Produkte für die Werbung und unterschiedlichste industrielle Anwendungen herstellen. 2012 wird das Unternehmen voraussichtlich rund 80 Millionen Euro mit seinen Produkten umsetzen. Es beschäftigt gut 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an drei Produktionsstandorten – dem Stammsitz in Bramsche (Niedersachsen) und in Neugersdorf (Sachsen) sowie in Zhangjiagang (China). Hinzu kommen Vertriebsniederlassungen in den USA (Los Angeles und Charlotte), Brasilien (Sao Paulo) und in China (Hongkong).

Heytex wurde vor nahezu 100 Jahren unter dem Namen Julius Heywinkel GmbH in Osnabrück gegründet. Das Unternehmen startete 1913 als Segeltuchweberei. 1957 wurde es von dem Karosseriebauunternehmen Karmann übernommen; als Karmann 2007 in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet, wurde Heytex wie andere nicht zum Kerngeschäft gehörende Geschäftsfelder veräußert und gehört seitdem zum Portfolio der Nordholding, einer Beteiligungsgesellschaft, die in mittelständische Unternehmen in Deutschland investiert.

Nach der Lösung aus der Karmann-Gruppe ging es in den vergangenen Jahren vor allem darum, eigenständige Strukturen aufzubauen und die internen Prozesse zu verbessern. Unter Begleitung der Deutschen Beteiligungs AG sollen jetzt die Vertriebsaktivitäten des Unternehmens deutlich ausgebaut werden. Außerdem soll die Internationalisierung vorangetrieben werden: Bisher liefert Heytex vorwiegend an Kunden in Westeuropa, künftig soll zum Beispiel der amerikanische Markt intensiver bearbeitet werden. Vorgesehen ist zudem, dass Heytex seine Entwicklungstätigkeit verstärkt.

„Mit Heytex erwerben wir ein operativ gut aufgestelltes Unternehmen in einem Markt, der bei aller Zyklizität langfristig wächst“, so Dr. Rolf Scheffels, Mitglied des Vorstands der Deutschen Beteiligungs AG heute aus Anlass der Vertragsunterzeichnung. „Unser Kapital soll es dem Unternehmen ermöglichen, noch mehr als bisher Anwendungsmöglichkeiten für seine Textilien zu identifizieren, in denen es sein hohes Technologie-Know-how ausspielen kann“, so Dr. Scheffels weiter.