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29.01.2013

DEUTSCHE BETEILIGUNGS AG: 44,5 MILLIONEN EURO KONZERNÜBERSCHUSS

  • Ausschüttung von 1,20 Euro je Aktie vorgesehen
  • Bereits zwei neue Beteiligungen im Geschäftsjahr 2012/2013

Frankfurt am Main, 29. Januar 2013. Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) schließt das Geschäftsjahr 2011/2012 mit einem Konzernüberschuss von 44,5 Millionen Euro ab. Das Eigenkapital je Aktie steigt von 17,47 Euro auf 19,46 Euro. Wesentliche Einflussgröße ist ein Bewertungs- und Abgangsergebnis von 48,6 Millionen Euro; es beruht vor allem auf zwei erfolgreichen Unternehmensveräußerungen und der überwiegend guten wirtschaftlichen Entwicklung der Portfoliounternehmen. Die im Jahresvergleich bessere Verfassung des Kapitalmarktes führte zu höheren Bewertungen und unterstützte so den positiven Effekt aus der wirtschaftlichen Entwicklung der Portfoliounternehmen. Die Eigenkapitalrendite je Aktie, zentrale Steuerungsgröße, übersteigt mit 16,7 Prozent für 2011/2012 die Eigenkapitalkosten beträchtlich. Die DBAG verfügt weiterhin über eine stabile Bilanz und hohe Finanzmittel: Bei einer Eigenkapitalquote von 89 Prozent stehen allein aus der Bilanz der DBAG 105,8 Millionen Euro (31. Oktober 2012) für Investitionen zur Verfügung. Das vorangegangene Geschäftsjahr 2010/2011 hatte die DBAG mit einem Konzernverlust von -16,6 Millionen Euro und einer Rendite auf das Eigenkapital je Aktie von -6,2 Prozent beendet.

 

Wichtige Kennzahlen (IFRS)2011/20122010/2011
Konzernergebnis44,5 Mio. €–16,6 Mio. €
Eigenkapitalrendite je Aktie16,70%–6,20%
Eigenkapital je Aktie (zum 31. Oktober)19,46 €17,47 €
Ausschüttung (2011/2012: Vorschlag)
Dividende0,40 €0,40 €
Sonderdividende0,80 €0,40 €

„Die erfolgreichen Veräußerungen der Beteiligungen an Preh und Coperion 2012 belegen, wie gut sich Unternehmen unter unserer Begleitung weiterentwickeln können“, so Vorstandssprecher Wilken von Hodenberg während der Bilanzpressekonferenz der börsennotierten Private-Equity-Gesellschaft heute in Frankfurt am Main. „Es ist uns gelungen, mit industriellen Käufern Preise zu vereinbaren, die zum Teil deutlich über den vorherigen Bewertungen der Unternehmen in unserer Bilanz lagen“, so von Hodenberg. Neun der zwölf Buy-outs, die die DBAG in den vergangenen zehn Jahren beendet hat, fanden industrielle Käufer, zuletzt im Oktober 2012 die Beteiligung an dem Maschinenbauunternehmen Coperion.

 

ÜBERDURCHSCHNITTLICHE AUSSCHÜTTUNGSRENDITE

Aus dem Bilanzgewinn der Deutschen Beteiligungs AG nach HGB von 24,1 Millionen Euro will die Gesellschaft eine Dividende und an­gesichts der erfolgreichen Unternehmensveräußerungen im vergangenen Geschäftsjahr erneut eine Sonderdividende zahlen. Insgesamt sollen im März 2013 je Aktie 1,20 Euro ausgeschüttet werden: 0,40 Euro Dividende plus 0,80 Euro Sonderdividende. 2012 hatte die Ausschüttung 0,80 Euro betragen, davon 0,40 Euro als Sonderdividende. „Es freut uns, dass wir an unserer Ausschüttungspolitik festhalten und den Aktionären wiederum eine attraktive Dividende vorschlagen können“, so von Hodenberg. Der Ausschüttungsvorschlag entspricht einer Ausschüttungsrendite von gut sechs Prozent, gemessen am aktuellen Aktienkurs; auf Basis des Eigenkapitals zu Beginn des Geschäftsjahres 2011/2012 beträgt sie sogar mehr als sieben Prozent.

PENSIONSZUSAGEN: NIEDRIGZINSPHASE FÜHRT ZU VERSICHERUNGSMATHEMATISCHEN VERLUSTEN UND BELASTET DAS EIGENKAPITAL

Zwei Besonderheiten kennzeichnen den Abschluss 2011/2012: Statt wie im Vorjahr mit 4,60 Prozent wurde der Barwert der Pensionsverpflichtungen mit 2,91 Prozent ermittelt. Daraus resultierte eine Belastung des Eigenkapitals von 6,3 Millionen Euro oder 0,46 Euro je Aktie. „Wir haben dieselben Bewertungsgrundlagen wie in den vergangenen Jahren verwendet und so den Verfall des Rechnungszinses vollständig berücksichtigt“, hob Susanne Zeidler hervor, die dem Vorstand der DBAG seit November 2012 angehört und nach der Hauptversammlung 2013 die Verantwortung für den Finanzbereich von Herrn von Hodenberg übernehmen wird. Positiv hingegen wirkte sich aus, dass eine Rückstellung von 11,0 Millionen Euro aufgelöst werden konnte, die für Umsatzsteuerrisiken gebildet worden war.

DREI MBOS IN ZWÖLF MONATEN, ERSTE WACHSTUMSFINANZIERUNG

Gemeinsam mit dem DBAG Fund V erwarb die DBAG 2011/2012 zwei Unternehmen mehrheitlich: Für die Management-Buy-outs (MBO) der Broetje-Automation GmbH und der Spheros GmbH wurde der größte Teil der 21,6 Millionen Euro aufgewendet, die 2011/2012 investiert wurden. Im November und im Dezember 2012, also bereits im neuen Geschäftsjahr, wurde das Portfolio um zwei Unternehmen erweitert: Die Heytex Bramsche GmbH (www.heytex.com) wurde im Zuge eines MBOs mit dem DBAG Fund V und dem Heytex-Management mehrheitlich erworben. Heytex ist ein führender Hersteller technischer Textilien und textiler Druckmedien; die Druckmedien werden in der Werbeindustrie eingesetzt, etwa als Banner an Fassaden. Außerdem beteiligte sich die DBAG an der Plant Systems & Services PSS GmbH (PSS, www.eta-bo.de), um gemeinsam mit dem von ihr verwalteten DBAG Expansion Capital Fund das Wachstum des Unternehmens zu einer größeren mittelständischen Dienstleistungsgruppe zu finanzieren. Die Transaktion ist die erste, welche die DBAG mit ihrem Fonds für Wachstumsfinanzierungen strukturiert. PSS ist der Nukleus für eine Gruppe aus spezialisierten Unternehmen, die Dienstleistungen für die Energie- und Prozessindustrie, also etwa Kraftwerke und Chemieunternehmen, anbieten.

WESENTLICHE UNTERNEHMEN IM PORTFOLIO DER DEUTSCHEN BETEILIGUNGS AG

 

UnternehmenBranche
Broetje-Automation GmbHMaschinen- und Anlagenbau
Clyde-Bergemann-GruppeMaschinen- und Anlagenbau
FDG-GruppeIndustriedienstleistung
Grohmann GmbHMaschinen- und Anlagenbau
Heytex Bramsche GmbHTechnische Textilien
Homag Group AGMaschinen- und Anlagenbau
Plant Systems & Services PSS GmbHIndustriedienstleistung
Romaco-GruppeMaschinen- und Anlagenbau
Spheros GmbHAutomobilzulieferung

 

 

WECHSEL IM VORSTAND

Der Abschluss 2011/2012 ist der letzte, den Vorstandssprecher von Hodenberg mit verantwortet. Nach nahezu 13 Jahren als Vorstandssprecher der Deutschen Beteiligungs AG wird er nach der Hauptversammlung am 26. März 2013 aus dem Vorstand ausscheiden. Schon im vergangenen Jahr hatte der Aufsichtsrat das langjährige Vorstandsmitglied Torsten Grede zu seinem Nachfolger als Vorstandssprecher bestimmt.

Vorstandsmitglied Grede wies auf die Entwicklung hin, die die DBAG in den vergangenen zehn Jahren genommen hat. „Die DBAG ist zu einer erfolgreichen, unabhängigen und führenden Beteiligungsgesellschaft in Deutschland geworden. Sie hat heute eine internationale, breite Investorenbasis – sowohl für die Aktie als auch für die Fonds, mit denen wir gemeinsam investieren.“

Die Investorenbasis hat sich im vergangenen Geschäftsjahr noch einmal verbreitert. Mit dem DBAG Fund VI schloss die DBAG im August 2012 den bis dato größten Buy-out-Fonds einer deutschen Private-Equity-Gesellschaft: 567 Millionen Euro stellen deutsche und internationale Investoren bereit, 133 Millionen Euro wird die DBAG selbst co-investieren. Damit stehen in den kommenden fünf Jahren 700 Millionen Euro für Investitionen in Management-Buy-outs bereit. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir schon bald über weitere neue Portfoliounternehmen berichten können“, sagte der künftige Vorstandssprecher Grede weiter. „Wir verhandeln in mehreren Fällen in fortgeschrittenem Stadium über Transaktionen – sowohl über Management-Buy-outs als auch über Wachstumsfinanzierungen. Uns kommt zugute, dass wir im deutschen Mittelstand als bevorzugter Beteiligungspartner wahrgenommen werden.“

Grede wies darauf hin, dass mit dem neuen Fonds auch die Basis für die Erträge aus der Beratung der Fonds gestiegen sei. Die DBAG strebt an, dass die Kosten für das Management des Portfolios sinken. Die Netto-Kosten­quote soll im Durchschnitt des Prognosezeitraums von fünf Jahren auf unter drei Prozent zurückgehen – in den vergangenen fünf Geschäftsjahren hatte sie zwischen 2,5 und 4,9 Prozent betragen (2011/2012: 4,8 Prozent).

FESTHALTEN AM ZIEL DER LANGFRISTIGEN WERTSTEIGERUNG

„Im Durchschnitt der vergangenen zehn Geschäftsjahre haben wir eine Rendite auf das Eigenkapital je Aktie von 13,8 Prozent erreicht“, erinnerte Vorstandssprecher von Hodenberg und wies darauf hin, dass davon auch die Aktionäre profitiert hätten – mit einer Ausschüttung von 12,29 Euro je Aktie und einer guten Kursentwicklung. Nachfolger Grede hob hervor: „An der Strategie der DBAG wird sich nichts ändern. Wir verstehen uns als Eigenkapitalinvestor im deutschen Mittelstand, mit einem partnerschaftlichen Ansatz und einer klaren Investitionsstrategie. Wir schaffen Wert, weil wir Unternehmen begleiten, besser zu werden.“