DEEN
28.01.2014

DEUTSCHE BETEILIGUNGS AG: 32,3 MIO. € KONZERNÜBERSCHUSS

  • Vorschlag: Einschließlich Sonderdividende Ausschüttung von 1,20 € je Aktie
  • Sieben neue Beteiligungen im Geschäftsjahr 2012/2013

Frankfurt am Main, 28. Januar 2014. Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) schließt das Geschäftsjahr 2012/2013 mit einem Konzernüberschuss von 32,3 Millionen Euro ab. Das Eigenkapital je Aktie steigt von 19,46 Euro auf 20,36 Euro. Wesentliche Einflussgröße ist ein Bewertungs- und Abgangsergebnis von 34,5 Millionen Euro; es beruht mit 23,6 Millionen Euro zu einem großen Teil auf dem Wertzuwachs der größten Beteiligung, der börsennotierten Homag Group AG. Positiv auf das Konzernergebnis hatsich auch eine niedrigere Kostenquote ausgewirkt. Die Eigenkapitalrendite je Aktie, zentrale Steuerungsgröße, übersteigt mit 11,5 Prozent für 2012/2013 die Eigenkapitalkosten deutlich. Die DBAG verfügt weiterhin über eine solide Bilanz und hohe Finanzmittel: Bei einer Eigenkapitalquote von nahezu 90 Prozent stehen allein aus der Bilanz der DBAG 98,3 Millionen Euro (31. Oktober 2013) für Investitionen zur Verfügung. Das vorangegangene Geschäftsjahr 2011/2012 hatte die DBAG mit einem Konzernergebnis von 44,2 Millionen Euro – das von einem Sondereffekt in Höhe von 11,0 Millionen Euro positiv beeinflusst war – und einer Rendite auf das Eigenkapital je Aktie von 16,7 Prozent beendet.

 

Wichtige Kennzahlen (IFRS)2012/20132011/2012
Konzernergebnis32,3 Mio. €44,5 Mio. €
Eigenkapitalrendite je Aktie11,50%16,70%
Eigenkapital je Aktie (zum 31. Oktober)20,36 €19,46 €
Ausschüttung (2012/2013: Vorschlag)
Dividende0,40 €0,40 €
Sonderdividende0,80 €0,80 €

„Das Konzernergebnis ist besser ausgefallen als wirdas angesichts unseres jungen Portfolios erwartet hatten“, so Finanzvorstand Susanne Zeidler während des Jahrespressegesprächs der börsennotierten Private-Equity-Gesellschaft heute in Frankfurt am Main. Vorstandssprecher Torsten Grede wies darauf hin, dass die DBAG neun ihrer 20 Beteiligungen erst seitmaximal zwei Jahren hält. Auf diese Beteiligungen entfallen 40 Prozent des investierten Kapitals. „Dort werden jetzt die zu Beteiligungsbeginn vereinbartenMaßnahmen umgesetzt“, erläuterte Grede, und weiter: „Zunächst sind damit zwar Investitionen verbunden, um die Unternehmen weiterzuentwickeln. Sind die Portfoliounternehmen damit erfolgreich, löst dies mittelfristig eine entsprechende Wertsteigerung aus.“

 

ÜBERDURCHSCHNITTLICHE AUSSCHÜTTUNGSRENDITE

Aus dem Bilanzgewinn der Deutschen Beteiligungs AG nach HGB von 43,3 Millionen Euro will die Gesellschaft eine Dividende und erneut eine Sonderdividende zahlen. Insgesamt sollen im März 2014 je Aktie 1,20 Euro ausgeschüttet werden: 0,40 Euro Dividende plus 0,80 EuroSonderdividende. 2013 hatte die Ausschüttung ebenfalls 1,20 Euro betragen, davon wiederum 0,80 Euro als Sonderdividende. Grundlage der jetzt vorgeschlagenen Sonderdividende ist die Veräußerung der Beteiligung an Coperion im November 2012. „Es freut uns, dass wir den Aktionären erneut eine attraktive Ausschüttung vorschlagen können“, so Vorstandssprecher Grede, „es muss aber klar sein, dass Sonderdividenden keine Selbstverständlichkeit,sondern an klare Voraussetzungen geknüpft sind: Wir haben sie für den Fallbesonders hoher Veräußerungserlöse vorgesehen, hinzu kommen muss eine ausreichende Liquidität.“ Der Ausschüttungsvorschlag entspricht einer Ausschüttungsrendite von rund 5,5 Prozent, gemessen am aktuellen Aktienkurs; auf Basis des Eigenkapitals zu Beginn des Geschäftsjahres 2012/2013 beträgt sie sogar 6,6 Prozent. Das ist deutlich mehr als im Durchschnitt des S-Dax oder Dax.

VIER MANAGEMENT-BUY-OUTS, DREI WACHSTUMSFINANZIERUNGEN

Die Deutsche Beteiligungs AG hat ihr Investitionstempo im vergangenen Geschäftsjahr deutlich erhöht. Sie hat Investitionen über mehr als 200 Millionen Euro ausgelöst. Knapp 45 Millionen Euro davon und damit der höchste Betrag seit zehn Jahren sind aus der Bilanz der DBAG geflossen, die übrigen Mittel kamen von den Investoren der Parallelfonds. Die Deutsche Beteiligungs AG investierte 2012/2013 in vier neue Management-Buy-outs (MBOs) und stellte drei Unternehmen Eigenmittel zur Finanzierung ihresweiteren Wachstums zur Verfügung. Darüber hinaus wurde die Beteiligung an der Homag Group AG aufgestockt. Neu im Portfolio sind Heytex Bramsche (Produktion technischer Textilien und textiler Druckmedien), Formel D (Dienstleistungen für die Automobilindustrie), Stephan Machinery (Maschinen fürdie Lebensmittelindustrie) und als viertes MBO Schülerhilfe (Bildungs- und Nachhilfeangebote). Wachstumsfinanzierungen wurden für PSS (Dienstleistungen für die Energie- und Prozessindustrie) sowie für inexio und DNS:NET (Breitbandanschlüsse und IT-Dienstleistungen) bereitgestellt.

Nicht mehr im Portfolio ist die Coveright Surfaces Holding, die Ende 2012 als letzte operative Einheit ihre südamerikanischen Aktivitäten (Coveright do Brasil) veräußert hatte.

WESENTLICHE UNTERNEHMEN IM PORTFOLIO DER DEUTSCHEN BETEILIGUNGS AG

 

UnternehmenBranche
Broetje-Automation GmbHMaschinen- und Anlagenbau
Clyde-Bergemann-GruppeMaschinen- und Anlagenbau
DNS:NET Internet Service GmbHTelekommunikations- und IT Dienstleistungen
FDG-GruppeIndustriedienstleistung
Formel D GmbHIndustriedienstleistung
Grohmann GmbHMaschinen- und Anlagenbau
Heytex Bramsche GmbHTechnische Textilien
Homag Group AGMaschinen- und Anlagenbau
inexio Informationstechnologie und Telekommunikation KGaATelekommunikations- und IT Dienstleistungen
Plant Systems & Services PSS GmbHIndustriedienstleistung
Romaco-GruppeMaschinen- und Anlagenbau
ZGS Bildungs-GmbH (Schülerhilfe)Bildungs- und Nachhilfeangebote
Spheros GmbHAutomobilzulieferung
Stephan Machinery GmbHMaschinen- und Anlagenbau

Das MBO der Schülerhilfe ist das erste MBO des DBAGFund VI, der 2012 mit einem Volumen von 700 Millionen Euro als bishergrößter Buy-out-Fonds einer deutschen Private-Equity-Gesellschaft eingeworben worden war: Die DBAG berät diesen Fonds und ist Co-Investor des Fonds. Mit dem Fonds ist die Basis für die Erträge aus der Verwaltung und Beratung der Fonds gestiegen. „Wir haben davon schon im vergangenen Geschäftsjahr profitiert“, erläuterte Finanzvorstand Zeidler. 2012/2013 hat die DBAG 17,0 Millionen Euro aus der Verwaltung und Beratung ihrer Parallelfondserlöst, 5,3 Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor. Die Netto-Kostenquote für das Managen des Portfolios ist demzufolge zurückgegangen, und zwar von 4,4 Prozent 2011/2012 auf 2,5 Prozent 2012/2013.

 

AUSBLICK: ZUVERSICHT MIT BLICK AUF DIE INVESTITIONSTÄTIGKEIT

„Im vergangenen Jahr hatten wir einen beachtlichen Anteil am Geschäft in unserem Segment des Private-Equity-Marktes in Deutschland“, stellte Vorstandssprecher Grede fest. „Das zeigt, wie sehr die Deutsche Beteiligungs AG mit einem partnerschaftlichen Ansatz im deutschen Mittelstand als Eigenkapitalinvestor verankert ist.“ Grede und seine Vorstandskollegen gehen davon aus, dass die DBAG auch 2013/2014 ihr Ziel erreichen wird, jährlich zwei bis drei MBOs zu strukturieren und ebenso viele Wachstumsfinanzierungen einzugehen.

Das Konzernergebnis 2013/2014 wird unter dem des Vorjahres prognostiziert: Der Vorstand erwartet zwar eine erfolgreiche planmäßige Weiterentwicklung und einem entsprechend deutlich höheren Ergebnisbeitrag des noch jungen Portfolios nicht börsennotierter Beteiligungen. Weil die DBAG aus grundsätzlichen Erwägungen für die börsennotierte Homag Group AG aber keine Kursprognose abgibt, wurde auch kein Wertbeitrag dieserBeteiligung unterstellt, wenngleich der Vorstand unverändert von einer weiterhin positiven operativen Entwicklung der Gesellschaft ausgeht. Weil insgesamt auf Basis dieser Annahmen aus dem Portfolio ein deutlich geringerer Ergebnisbeitrag als im abgelaufenen Jahr fließen wird, dürfte das Konzernergebnis damit deutlich unter dem des vorangegangenen Geschäftsjahres liegen. „Wir gehen dennoch davon aus, auch in diesem Szenario zumindest die Eigenkapitalkosten wieder zu verdienen“, äußerte Vorstandssprecher Grede abschließend.