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15.07.2014

DEUTSCHE BETEILIGUNGS AG: ERFOLGREICHER ABSCHLUSS DER BETEILIGUNG AN HOMAG GROUP AG

  • Großaktionäre einigen sich auf deutsches Traditionsunternehmen Dürr AG als Käufer
  • Veräußerungspreis honoriert erfolgreiche Neuausrichtung der vergangenen Jahre
  • DBAG beendet langjähriges Investment mit attraktiver Rendite
  • Höhere Ergebnisprognose für Konzern und AG

Frankfurt am Main, 15. Juli 2014. Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) schließt ihre Beteiligung an der Homag Group AG erfolgreich ab: Alle von ihr gehaltenen Aktien an dem Maschinenbauunternehmen veräußert sie an ein Tochterunternehmen der Dürr AG. Auch die von der DBAG verwalteten Fonds veräußern ihre Aktien. Entsprechende Verträge wurden heute abgeschlossen; der Vollzug steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden. DBAG und Fonds geben ihre Aktien zu 26,00 Euro ab; dieser Preis entspricht einem Aufschlag von rund 12 Prozent auf den volumengewichteten Durchschnittschlusskurs der vergangenen drei Monate. Die Transaktion erfolgt im Einvernehmen mit dem Schuler-Klessmann-Pool und zwei anderen Aktionären: Der zweitgrößte Aktionär, der Pool aus der Gründerfamilie Schuler und der Klessmann-Stiftung nimmt – unter Abgabe eines Teils seiner Anteile – ein Tochterunternehmen der Dürr AG in den Pool auf. Zwei weitere Aktionäre bzw. Aktionärsgruppen veräußern ihre Beteiligung – ebenso wie die DBAG – vollständig. Dadurch wird erreicht, dass die Dürr AG – gemeinsam mit dem Pool – über mehr als 75 Prozent der Stimmrechte aus Homag-Aktien verfügen kann.

Die DBAG wird durch die Veräußerung gegenüber dem jüngsten Zwischenabschluss ein Abgangsergebnis von 9,2 Millionen Euro erzielen. Das Konzernergebnis der DBAG für das Geschäftsjahr 2013/2014 wird damit – auf Basis des bisher erreichten Ergebnisses (1. Halbjahr) zuzüglich des Ergebnisbeitrags aus dem Abgang von Homag und ansonsten unveränderter Annahmen für den Rest des Geschäftsjahres – leicht über dem Niveau des Vorjahresergebnisses und damit deutlich höher als prognostiziert liegen. Aus dem Veräußerungsgewinn, der sich auf Basis der Bilanzierung nach HGB ergeben wird, kann eine Sonderdividende gespeist werden.

„Wir sind sehr zufrieden, dass wir gemeinsam mit dem Schuler-Klessmann-Pool in der Dürr AG einen neuen Großaktionär gefunden haben. Dürr steht als global tätiges Industrieunternehmen mit starken regionalen Wurzeln für die Fortführung des Wachstumskurses nach der erfolgreichen Restrukturierung der vergangenen Jahre durch den Homag-Vorstand unter Vorsitz von Dr. Markus Flik. Gleichzeitig realisieren wir nun einen Preis, der die hervorragende Wertentwicklung der Homag-Aktie vollumfänglich reflektiert“, sagte Torsten Grede, Vorstandssprecher der DBAG.

Die DBAG hatte sich bereits 1997 an der Homag Group AG beteiligt und das Unternehmen im Juli 2007 erfolgreich an die Börse geführt. Der Erlös aus dem Börsengang hatte die gesamten Anschaffungskosten der Beteiligung deutlich übertroffen. Insgesamt wird sich nach Abschluss der Transaktion aus der Beteiligung unter Berücksichtigung bereits erhaltener Veräußerungserlöse und der Dividenden des Unternehmens ein Erlös ergeben, der die Anschaffungskosten um das 2,5-fache übersteigt. Gemessen am absoluten Erlös gehört die Beteiligung zu den erfolgreichsten Transaktionen der DBAG.

Nach dem Börsengang hielten die DBAG und von ihr verwaltete Fonds zuletzt 39,5 Prozent der Homag-Aktien. Nach dem Tief 2009 hat sich der Aktienkurs in Folge der Neuausrichtung des Unternehmens überdurchschnittlich gut entwickelt. Allein in den vergangenen 12 Monaten stieg er um rund 75 Prozent.

„Wir haben die Flexibilität, eine Beteiligung auch über einen langen Zeitraum von 17 Jahren zu begleiten und damit gerade mittelständischen Unternehmen über verschiedene Entwicklungszyklen hinweg verlässlich zur Seite zu stehen“ so Grede. Im Zuge der abgeschlossenen Neuausrichtung und der Wertentwicklung hatte die DBAG gemeinsame mit dem zweiten Großaktionär, dem Pool aus der Gründerfamilie Schuler und der Klessmann-Stiftung, Optionen für einen Ausstieg aus dem Homag-Engagement geprüft und sich mit dem Pool auf die Dürr AG als neuen Eigentümer von Homag geeinigt.

Gerhard Schuler, einer der Gründer und Ehrenvorsitzender des Homag-Aufsichtsrats, äußerte heute, der Pool sei sehr froh über den Eintritt der Dürr AG als neuer Großaktionär, weil auf diese Weise zwei mittelständisch geprägte Familienunternehmen mit einer besonderen Kompetenz im weltweiten Maschinenbau zusammenwüchsen und dadurch der Homag Group AG und den Mitarbeitern eine Perspektive zu einem weiteren nachhaltigen weltweiten Wachstum eröffnet werde.

Ralf W. Dieter, Vorstandsvorsitzender der Dürr AG, kommentierte die Transaktion wie folgt: „Homag hat sich im Zuge der Neuausrichtung in den vergangenen Jahren gut entwickelt und besitzt weiteres Potenzial. Wir erwerben ein attraktives Unternehmen, das gut zur Wachstumsstrategie von Dürr passt.“

Die Transaktion wird das Konzernergebnis der DBAG des Geschäftsjahres 2013/2014 (1. November bis 31. Oktober) maßgeblich beeinflussen. Der jetzt vereinbarte Preis liegt deutlich über dem Wert, mit dem die Beteiligung zum Bilanzstichtag 31. Oktober 2013 bewertet war. Aus der Differenz zwischen diesem Wert – dem Börsenkurs zum Stichtag – und dem aktuellen Preis ergibt sich ein Abgangsergebnis von rund 19,4 Millionen Euro; gegenüber dem zuletzt veröffentlichten Zwischenbericht zum 30. April 2014 beträgt die Verbesserung 9,2 Millionen Euro. Transaktionskosten und erfolgsbezogene Vergütungen sind jeweils bereits berücksichtigt. Die DBAG hält bisher 3,15 Millionen oder 20,1 Prozent der Homag-Aktien.

Die Transaktion erlaubt eine Konkretisierung der Prognose des Konzernergebnisses für das Geschäftsjahr 2013/2014. Der Vorstand hatte bisher ein Ergebnis deutlich unter dem Vorjahreswert (32,3 Millionen Euro), mindestens aber in Höhe der Eigenkapitalkosten erwartet. Ein Beitrag aus der Beteiligung an der Homag Group AG war in der Prognose nicht berücksichtigt worden. Auf Basis des vereinbarten Preises ergibt sich jedoch, wie erwähnt, ein Beitrag aus der Homag-Veräußerung von 19,4 Millionen Euro. Das Konzernergebnis der DBAG für das Geschäftsjahr 2013/2014 wird damit – auf Basis des bisher erreichten Ergebnisses (1. Halbjahr) zuzüglich des Ergebnisbeitrags aus dem Abgang von Homag und ansonsten unveränderter Annahmen für den Rest des Geschäftsjahres – leicht über dem Niveau des Vorjahresergebnisses (32,3 Millionen Euro) liegen.

In der HGB-Bilanz der Deutschen Beteiligungs AG ist die Homag-Beteiligung nicht mit ihrem jüngsten Kurswert, sondern den durchschnittlichen historischen Anschaffungskosten angesetzt. Die aktuelle Transaktion führt deshalb zu einem deutlich höheren Veräußerungsgewinn als nach der IFRS-Bilanzierung. Nach Kosten und erfolgsbezogener Vergütung beträgt dieser Veräußerungsgewinn rund 47,9 Millionen Euro; er geht in den Bilanzgewinn der DBAG ein, der die Bemessungsgrundlage für die Ausschüttung ist. Der Jahresüberschuss der DBAG nach HGB wird damit – anders als bisher erwartet – deutlich über dem Vorjahreswert (35,6 Millionen Euro) liegen.

„Wie in der Vergangenheit werden wir unsere Aktionäre an dem besonders guten Ergebnis der Veräußerung teilhaben lassen, kündigte DBAG-Finanzvorstand Susanne Zeidler an, sowie: „Vorstand und Aufsichtsrat werden über den Dividendenvorschlag und eine mögliche Sonderdividende nach Abschluss des Geschäftsjahres entscheiden.“