DEEN
01.10.2014

Deutsche Beteiligungs AG veräußert älteste Beteiligung

  • Autohaus Dr. Vogler geht nach 39 Jahren aus dem Portfolio
  • Familienunternehmen wird neuer Mehrheitsgesellschafter
  • Positiver Wertbeitrag im vierten Quartal

Frankfurt am Main, 1. Oktober 2014. Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) beendet nach 39 Jahren ihre älteste Beteiligung: Mit Wirkung zum 1. Oktober 2014 übernimmt die Senger-Gruppe das Autohaus Dr. Vogler mit Sitz in Bad Homburg. Sie erwirbt dazu Anteile der DBAG, eines von ihr verwalteten Fonds sowie der Nachkommen der Gründerfamilie. Die acht Standorte des auf Mercedes-Benz-Fahrzeuge spezialisierten Händlers im Rhein-Main-Gebiet werden auch künftig unter dem Namen Dr. Vogler betrieben. Senger wird alle 370 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens übernehmen, das 2013 rund 135 Millionen Euro Umsatz erzielte. Die DBAG hatte in den vergangenen Jahrzehnten regelmäßig Ausschüttungen aus ihrer Beteiligung an dem Autohaus erhalten. Jetzt wird die DBAG im laufenden vierten Quartal ihres Geschäftsjahres 2013/2014 aus der Veräußerung noch einmal einen Gewinn im unteren einstelligen Millionen Euro-Bereich erzielen; dieser Wertbeitrag war in der jüngsten Ergebnisvorausschau der DBAG bereits berücksichtigt worden.

Dr. Werner Vogler hatte in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Bad Homburg eine Mercedes-Werksvertretung gegründet und bis in die 60er Jahre erfolgreich ausgebaut, unter anderem durch zusätzliche Fachwerkstätten an verschiedenen Standorten im Taunus. Nach einem ersten Generationswechsel hatte sich 1975 die Deutsche Beteiligungsgesellschaft mbH (DBG), eine Vorläufergesellschaft der DBAG, mit einer Einlage von einer Million D-Mark still an der damaligen Dr. Werner Vogler KG beteiligt – die Ölkrise hatte dem Autohaus wirtschaftlich zugesetzt. Im Zuge eines weiteren Generationswechsels unter den Gesellschaftern übernahm die DBG später zusätzlich einen Kommanditanteil. In den vergangenen Jahren hat sie umfangreiche Investitionen des Autohauses begleitet, etwa die Eröffnung neuer Standorte oder das Erschließen neuer Geschäftsfelder durch den Bau eines Spezial-Autolackierbetriebs. Zuletzt war die DBAG mit rund 51 Prozent am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens beteiligt, der Fonds mit gut 18 Prozent.

Jetzt wird mit der Veräußerung ein neues Kapitel in der nahezu neunzigjährigen Firmengeschichte des als Familienunternehmen gegründeten Autohauses aufgeschlagen: Die Dr. Vogler-Standorte im Hochtaunuskreis und in der Wetterau bilden künftig den südlichen Teil der Senger-Gruppe. Sie soll im Süden Deutschlands weiter wachsen und erwirbt nun ihre ersten Standorte in Hessen. „Dr. Vogler ist am Markt voll akzeptiert, Kundenbefragungen ergeben hohe Zufriedenheitswerte – das sind gute Voraussetzungen dafür, dass wir in hohem Maß voneinander profitieren werden“, äußerte Andreas Senger, geschäftsführender Gesellschafter Senger-Gruppe, nach dem Vertragsschluss. Er führt das Familienunternehmen aus dem westfälischen Rheine in der zweiten Generation. 2013 setzte Senger mit dem Handel von neuen und gebrauchten PKW, Transportern und LKW, mit Reparatur und Wartung sowie als Servicepartner für die Hersteller von LKW-Aufbauten 630 Millionen Euro um. Die Gruppe beschäftigt knapp 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist mit 30 Betrieben an 24 Standorten vertreten. Sie gehört zu den zehn größten deutschen Autohandelsunternehmen.

„Wir freuen uns, dass wir einen Käufer gefunden haben, der dank seiner Größe und wirtschaftlichen Stärke das Autohaus Dr. Vogler erfolgreich begleiten kann“, sagte Torsten Grede, Sprecher des Vorstands der Deutschen Beteiligungs AG heute aus Anlass der Verkaufsvereinbarung. Und weiter: „Neue Vertriebswege und wachsender Wettbewerb verändern den Automobilhandel, in dem Unternehmensgröße und Marktstellung immer wichtiger für den wirtschaftlichen Erfolg werden – wir geben unsere älteste Beteiligung deshalb gern an eine Familie weiter, die mit ihrer Gruppe genau das gewährleistet.“

Jens Peter Hensel, Geschäftsführer der Dr. Vogler GmbH & Co. KG, setzt auf Kontinuität: „Die DBAG hat wichtige Weichenstellungen für die positive Entwicklung unseres Unternehmens vorgenommen. Ich bin mir sicher, dass wir mit Herrn Senger einen Unternehmer dazugewonnen haben, der unsere Firmenphilosophie und unsere Unternehmenswerte wie Vertrauen, Verantwortung, Langfristigkeit und Kundenorientierung in gleichem Maße teilt und lebt.“