DEEN
15.12.2014

DEUTSCHE BETEILIGUNGS AG INVESTIERT IN MASCHINENBAUUNTERNEHMEN FÜR DIE PROZESSINDUSTRIE

  • Pfaudler Process Solutions Group zweites MBO im Geschäftsjahr 2014/2015
  • Traditionsunternehmen mit führender Marktstellung
  • Differenzierungsmerkmale erhöhen Attraktivität
  • Erfahrung der DBAG im Maschinenbau nutzen

Frankfurt am Main, 15. Dezember 2014. Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) investiert an der Seite des von ihr beratenen DBAG Fund VI in die Pfaudler Process Solutions Group (Pfaudler), einen Hersteller von emaillierten Behältern und Komponenten für die chemische und pharmazeutische Industrie. Pfaudler, das aus dem baden-württembergischen Schwetzingen geführt wird, ist bisher Teil von National Oilwell Varco, Inc. (NOV, www.nov.com), einem amerikanischen Unternehmen der Öl- und Gaszulieferindustrie. DBAG und Fonds werden die Gruppe zunächst komplett übernehmen; es ist vorgesehen, das Management anschließend im Rahmen eines Management-Buy-outs (MBO) zu beteiligen. Die DBAG wird für ihren Anteil aus ihrer Bilanz bis zu acht Millionen Euro Eigenkapital investieren. Der Vollzug des Vertrages steht noch unter Kartellvorbehalt. Pfaudler ist das zweite MBO der DBAG in den vergangenen vier Wochen, das auf einem Carve-out (Ausgründung von Unternehmensteilen in eine eigenständige Firma) beruht: Am 24. November hatte die DBAG die Beteiligung an Huhtamaki Films bekannt gegeben.

Pfaudler ist ein Unternehmen mit einer 130jährigen Unternehmensgeschichte. Der deutsche Braumeister Kaspar Pfaudler hatte 1884 in Rochester „The Pfaudler Co.“ gegründet und die Produktion emaillierter Stahlbehälter für die Getränkeindustrie aufgenommen. Weil die Frachtkosten für die sperrigen, schweren Behälter hoch waren, wurde eine Fabrikationsstätte auf dem europäischen Kontinent benötigt. Wegen seiner zentralen Lage fiel die Wahl auf Deutschland und auf Schwetzingen, eine Stadt in der Industrieregion Rhein-Neckar. Daraus entwickelte sich eine globale Organisation. Pfaudler produziert heute mit 1.450 Mitarbeitern an neun Standorten auf vier Kontinenten (Deutschland, Italien, Großbritannien, USA, Brasilien, China und Indien) emaillierte Behälter und andere emaillierte Komponenten (gut 50 Prozent des Umsatzes). Hinzu kommen das Marktfolgegeschäft (Ersatzteile, Reparatur; gut ein Drittel Umsatzanteil) sowie die Planung und der Bau kompletter Produktionsanlagen für die chemische oder die pharmazeutische Industrie auf Basis der eigenen Produkte. Für 2014 erwartet Pfaudler einen Umsatz von rund 200 Millionen US-Dollar (rund 160 Millionen Euro). Eine Herausforderung der Transaktion liegt in der Komplexität der Gruppe, die ein globales Geschäft in vergleichsweise kleinen Einheiten betreibt; in die Gruppe sind Tochtergesellschaften aus zwölf Jurisdiktionen einbezogen.

Pfaudlers Produkte dienen als Reaktoren für chemische Prozesse, als Lagertanks, Kolonnen und Rohre in Chemiewerken. Rund 70 Prozent der Produkte nimmt die chemische Industrie ab, 30 Prozent die Pharmaindustrie. Das Unternehmen ist in seinem Markt führend: Es gehört zu den wenigen Herstellern überhaupt, die aus eigener Kompetenz prozesskritische Produkte, wie etwa große Behälter und Reaktoren, mit hohem Qualitätsanspruch an die Emaillierung entwickeln und herstellen können. Die Behälter müssen korrosiven Substanzen bei hohen Drücken und Temperaturen standhalten. Wichtige Differenzierungsmerkmale sind die langejährige Erfahrung in der Zusammenstellung der Glasmasse für die Emaillierung und die Kompetenz der Mitarbeiter, weil wesentliche Arbeitsschritte manuell erfolgen. Beide Merkmale bilden zugleich hohe Markteintrittsbarrieren für potenzielle Wettbewerber.

„Mit Pfaudler investieren wir erneut in einen Qualitätsanbieter in einem globalen Nischenmarkt“, sagte Torsten Grede, Sprecher des Vorstands der Deutschen Beteiligungs AG, heute aus Anlass der Vertragsunterzeichnung. Die Vielzahl der von Pfaudler in den vergangenen Jahrzehnten gelieferten Komponenten bildet eine gute Grundlage für das Service- und Ersatzteilgeschäft. „Das soll mit unserer Unterstützung ausgebaut werden – so wie das in der Vergangenheit mit Erfolg auch in anderen Maschinenbauunternehmen des Portfolios gemacht wurde“, ergänzte DBAG-Vorstandssprecher Grede. „Auch die Aussicht auf wachsende Investitionen in Kapitalgüter in Asien sprechen für die Beteiligung an Pfaudler.“

„Wir freuen uns, dass unser neuer Gesellschafter uns als Kerngeschäft betrachtet“, kommentierte Andrew Wills, Geschäftsführer der Pfaudler Process Solutions Group, heute den Gesellschafterwechsel: „Mit größerer Eigenständigkeit, die uns die Beteiligung der DBAG verschafft, können wir das Potenzial in unserem Geschäft nun besser heben als zuvor. Ich bin sicher, dass uns dabei auch die langjährige Erfahrung der DBAG im Maschinen- und Anlagenbau zugutekommen wird.“