DEEN
22.12.2014

DEUTSCHE BETEILIGUNGS AG INVESTIERT IN EISENGIESSEREI

  • Erneut Beteiligung an Traditionsunternehmen mit führender Weltmarktstellung
  • Erfahrung der DBAG im Gießereigeschäft gute Grundlage für Zusammenarbeit
  • Gienanth drittes MBO in kurzer Zeit

Frankfurt am Main, 22. Dezember 2014. Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) investiert an der Seite des von ihr beratenen DBAG Fund VI in die Gienanth GmbH (Gienanth), ein traditionsreiches Gießereiunternehmen. Ein am Freitag geschlossener Vertrag sieht vor, dass DBAG und Fonds das Unternehmen komplett übernehmen; das Management soll anschließend im Rahmen eines Management-Buy-outs (MBO) beteiligt werden. Verkäufer ist die Gienanth Holding GmbH. Der Vollzug des Vertrages steht noch unter Kartellvorbehalt.

Gienanth betreibt zwei Eisengießereien: eine am Unternehmenssitz in Eisenberg (Rheinland-Pfalz), eine zweite in Fronberg (Bayern). Das Unternehmen blickt auf eine sehr lange Geschichte zurück. Gegründet wurde Gienanth 1735 in Eisenberg; der zweite Standort in Fronberg geht auf ein Hammerwerk zurück, das bereits 1449 entstanden war. An den beiden Standorten werden jetzt 880 Mitarbeiter beschäftigt. Für 2014 werden rund 150 Millionen Euro Umsatz erwartet.

Das Unternehmen liefert seine Produkte in alle Welt. Deutschland ist allerdings als viertgrößter Abnehmermarkt für Eisengussprodukte weltweit ein wichtiger Zielmarkt für Gienanth. Entsprechend erzielt das Unternehmen rund 40 Prozent seines Umsatzes in Deutschland. Im Handformguss ist Gienanth der führende Anbieter weltweit, wenn es um den verfahrenstechnisch sehr anspruchsvollen Guss von Motorblöcken (Kurbelgehäusen) für große Diesel- und Gasmotoren geht. Solche Motoren werden zum Beispiel in Generatoren, Schiffen, Lokomotiven und anderen Großfahrzeugen eingesetzt. Gienanth kann Motorblöcke gießen, die ein Gewicht von bis zu zwölf Tonnen erreichen. Auch in seinem zweiten Geschäftsbereich, dem Maschinenformguss, hat das Unternehmen eine führende Stellung; es produziert mit diesem Verfahren hauptsächlich Kupplungs- und Bremsteile für die Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie in hohen Stückzahlen und erreicht damit im Kupplungsbereich einen weltweiten Marktanteil von mehr als einem Viertel.

„Gienanths hohe Produktivität basiert zu einem großen Teil auf der vielfältigen Erfahrung der Mitarbeiter und dem in Generationen gesammelten Wissen über die Gießtechnik“, stellte Torsten Grede, Vorstandssprecher der Deutschen Beteiligungs AG, heute heraus. „Uns haben außerdem die gute Wettbewerbsposition und die Liste der namhaften internationalen Kunden beeindruckt, die seit vielen Jahren auf Gienanth vertrauen.“

Teil der mit dem Management des Unternehmens vereinbarten Entwicklungsmöglichkeiten ist Wachstum, auch durch den Kauf anderer Gießereien. Die DBAG hat sich in den vergangenen Jahren intensiv mit der Branche befasst und war bereits an Gießereien beteiligt.

„Im Transaktionsprozess hat sich gezeigt, wieviel Verständnis die DBAG für unsere Branche mitbringt – das ist eine gute Grundlage für eine erfolgreiche Zusammenarbeit“, kommentierte Andreas Hecker, Vorsitzender der Gienanth-Geschäftsführung, heute den Gesellschafterwechsel. „Wir erwarten globales Marktwachstum sowohl bei Automobilteilen als auch für große Motorblöcke. Mit unserer guten Marktposition wollen wir davon profitieren.“

Die DBAG wird für ihren Anteil an Gienanth aus ihrer Bilanz zunächst bis zu 14 Millionen Euro investieren und rund 19 Prozent an Gienanth halten.

Gienanth ist das vierte MBO im Jahr 2014; zuletzt hatte die DBAG Ende November die Beteiligung an Huhtamaki Films bekannt gegeben, Mitte dieses Monats den Erwerb der Pfaudler Process Solutions Group. An den drei jüngsten Transaktionen haben jeweils unterschiedliche Projektteams gearbeitet. Mit 23 Mitgliedern gehört das Investmentteam der DBAG zu den größten im Marktsegment mittlerer Buy-outs in Deutschland und kann mehrere Transaktionen zur selben Zeit strukturieren.