DEEN
10.12.2015

DEUTSCHE BETEILIGUNGS AG STARTET NEUE REGELMÄSSIGE BRANCHENUMFRAGE

  • Erfolg nur noch mit wachstumsorientierten Wertsteigerungsstrategien
  • Wettbewerbsintensität gestiegen
  • Private-Equity-Häuser rüsten auf

Frankfurt am Main, 9./10. Dezember 2015. Angesichts gestiegener Kaufpreise und zunehmender Professionalisierung des Private-Equity-(PE)-Geschäfts versprechen nur noch anspruchsvolle, wachstumsorientierte Wertsteigerungsstrategien Erfolg. Die meisten PE-Häuser sind auf diesen Zug schon aufgesprungen. Dies zeigt der erste Midmarket-Private-Equity-Monitor, den das Magazin FINANCE in Zusammenarbeit mit der Deutschen Beteiligungs AG (DBAG) von jetzt an zwei Mal jährlich veröffentlichen wird. PE-Investoren versprechen sich nicht mehr, den Wert ihrer Portfoliounternehmen in erster Linie durch Kostensenkungen zu steigern. Statt dessen sind in einem reifenden Markt mit harter Konkurrenz Wertsteigerungsansätze gefragt, die die strategische Positionierung eines Unternehmens verändern, wie der PE-Monitor zeigt. Dazu wurden im November Investmentmanager von 50 in Deutschland tätigen Private-Equity-Häusern des Mittelstandssegments zu strategischen Fragestellungen ihres Geschäfts befragt.

„Transaktionen im Milliardenbereich bestimmen zwar die Schlagzeilen und die öffentliche Diskussion über Private Equity – für die Veränderung unserer Volks­wirtschaft sind aber die vielen Transaktionen im Mittelstand von größerer Bedeutung“, sagte Torsten Grede, Sprecher des DBAG-Vorstands, heute bei der Vorstellung der Ergebnisse. Die DBAG will mit der regelmäßigen Befragung der PE-Häuser, die in diesem Marktsegment tätig sind, dazu beitragen, die Transparenz zu erhöhen und Veränderungen aufzuzeigen.

ERFOLG NUR NOCH MIT WACHSTUMSORIENTIERTEN WERTSTEIGERUNGSSTRATEGIEN

72 Prozent der Befragten halten das Wachstum durch Zukäufe für die aktuell erfolgversprechendste Wertsteigerungsmethode; dazu gehören auch anspruchsvolle Buy-and-Build-Strategien, die einen umfangreichen Akquisitionsplan mit mehreren Zukäufen umfassen. 60 Prozent der befragten PE-Manager nannten die Internationalisierung ihrer Portfoliounternehmen als aussichtsreiche Wertsteigerungsstrategie, 46 Prozent den Ausbau von Geschäftsbereichen und Service-Dienst­lei­stungen. Mehrfachnennungen waren möglich. Kostensenkungen und Effizienzprogramme halten dagegen nur 36 Prozent der Investmentmanager im aktuellen Umfeld für aussichtsreich. Von Restrukturierungsstrategien und Zerschlagungsprojekten versprechen sich sogar nur 12 Prozent der befragten PE-Profis Erfolge.

„Heute versuchen viele Unternehmen mit Hilfe von Private Equity ein Global Player zu werden. Ein wichtiges Element sind dabei Unternehmenszukäufe“, sagte DBAG-Vorstandssprecher Grede. Er verwies darauf, dass allein im jüngsten Geschäftsjahr sechs von 22 Portfoliounternehmen der DBAG Unternehmen hinzuerworben haben: „Finanzinvestoren geben mehr als Eigenkapital. Sie unterstützen ihre Portfoliounternehmen bei Unternehmenszukäufen.“

WETTBEWERBSINTENSITÄT GESTIEGEN

Der Hang zu komplexen Strategien passt zum Empfinden der PE-Manager, dass sie sowohl untereinander als auch mit anderen Akteuren hart um neue Beteiligungen konkurrieren. Die Konkurrenz zwischen den PE-Häusern ist offenbar sehr hoch: Auf einer Skala von 1 bis 10 wurde sie im Mittel mit 8,28 bewertet. Das dürfte auch auf das nach der nun schon länger währenden Niedrigzinsphase reichlich vorhandene Kapital zurückzuführen sein.

Die aktuellen Transaktionschancen bewerten die Befragten (Skala von 1 bis 10) mit 5,60 Punkten nur als mittelmäßig. Konkurrenz am M&A-Markt erhalten Finanzinvestoren zwar überwiegend von Konzernen, zunehmend aber auch von neuen Wettbewerbern wie etwa Family Offices: Früher hauptsächlich als Geldgeber der Private-Equity-Branche in Erscheinung getreten, engagieren sie sich jetzt zusehends mit Direktinvestments. 74 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen Family Offices als Konkurrenten näher kommen. Dagegen fallen Stiftungen deutlich ab: Nur jeder zehnte Befragte sieht sie als echte Wettbewerber.

PRIVATE EQUITY-HÄUSER RÜSTEN AUF

Angesichts anspruchsvollerer Wertsteigerungsstrategien und der Schwierigkeit, geeignete Beteiligungen zu gewinnen, wundert es nicht, dass PE-Häuser personell aufstocken wollen, um dem Wettbewerbsdruck standhalten zu können: 56 Prozent kündigen einen Anstieg der Mitarbeiterzahl in ihren Investmentteams an, nur ein Zehntel erwartet, dass die Zahl der Investmentmanager schrumpfen wird.