DEEN
10.12.2015

Deutsche Beteiligungs AG: 27,0 Mio. € Konzernergebnis

  • Prognose übertroffen
  • Investitionen auf höchstem Stand seit zehn Jahren
  • Sieben neue Portfoliounternehmen
  • Dividendenvorschlag 1,00 Euro je Aktie
  • Positiver Ausblick: Kurz- und mittelfristig höherer Portfoliowert


Frankfurt am Main, 10. Dezember 2015. Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) schließt das Rumpfgeschäftsjahr 2014/2015 mit einem Konzernergebnis von 27,0 Millionen Euro und damit besser als prognostiziert ab. Wesentliche Einflussgröße ist das Ergebnis aus dem Beteiligungsgeschäft von 29,2 Millionen Euro. Anders als im Vorjahr, als die Veräußerung einer großen Beteiligung ganz wesentlich zum Ergebnis beigetragen hat, basiert es vor allem auf der Wertsteigerung des fortgeführten Portfolios.

Das Gesamtergebnis erreichte 27,4 Millionen Euro. Es war erstmals seit drei Jahren nicht durch den Verfall des Rechnungszinsfußes belastet, der zur Bemessung der Pensionsrückstellungen zu verwenden ist. Die Eigenkapitalrendite je Aktie, zentrale Steuerungsgröße, übersteigt mit 10,0 Prozent die Eigenkapitalkosten deutlich. Die DBAG verfügt weiterhin über eine solide Bilanz und ausreichend Finanzmittel, um ihre Co-Investitionszusagen an der Seite der DBAG-Fonds zu erfüllen. Bei einer Eigenkapitalquote von mehr als 90 Prozent stehen allein aus der Bilanz der DBAG knapp 60 Millionen Euro (30. September 2015) für Investitionen bereit.

Wichtige Kennzahlen (IFRS)2014/2015
(11 Monate)
2013/2014
(12 Monate)
Konzernergebnis 27,0 Mio. € 48,0 Mio. €
Eigenkapitalrendite je Aktie 10,0 % 15,9 %
Eigenkapital je Aktie (zum Stichtag) 22,16 € 22,16 €
Ausschüttung
(2014/2015: Vorschlag)
1,00 €, davon
0,50 € Basisdividende
2,00 €, davon
0,40 € Basisdividende


Das vorangegangene Geschäftsjahr 2013/2014 hatte die DBAG mit einem Konzernergebnis von 48,0 Millionen Euro und einer Rendite auf das Eigenkapital je Aktie von 15,9 Prozent beendet. Die aktuellen Zahlen sind mit denen des Vorjahres nur eingeschränkt vergleichbar: 2014/2015 war ein Rumpfgeschäftsjahr mit elf Monaten. Hinzu kommt eine Änderung in den Rechnungslegungsvorschriften, die den Vorjahresvergleich zusätzlich erschwert.

„In dem verkürzten Geschäftsjahr 2014/2015 haben wir unsere wesentlichen Ziele erreicht oder sogar übertroffen. Wir waren also auch im vergangenen Jahr sehr erfolgreich“, so Susanne Zeidler, Finanzvorstand der börsennotierten Private-Equity-Gesellschaft heute in Frankfurt am Main.

Sieben neue Portfoliounternehmen

2014/2015 war ein Geschäftsjahr der Investitionen: Insgesamt löste die DBAG als Fondsverwalter und -berater Investitionsentscheidungen über rund 303 Mil­lionen Euro aus. Mit 71,4 Millionen Euro erreichten die Investitionen aus der DBAG-Bilanz den höchsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Investiert wurde in fünf neue Management-Buy-outs an der Seite des DBAG Fund VI und zwei neue Wachstumsfinanzierungen mit dem DBAG ECF. Außerdem wurden bestehende Beteiligungen erhöht, um zum Beispiel kleinere Unternehmenszukäufe zu finanzieren. Vorstandssprecher Torsten Grede sagte mit Blick auf sieben neue Portfoliounternehmen und die Struktur des Portfolios: „Unser Portfolio ist reifer geworden, rund ein Drittel unserer Beteiligungen sind vier Jahre oder länger im Portfolio. Das lässt einen Wertzuwachs und entsprechende Realisierungen in den kommenden Jahren erwarten.“

Ihr Angebot an Eigenkapitalfinanzierungen hat die DBAG noch einmal verbessert. Mit dem Fonds für Wachstumsfinanzierungen kann sie nun Beteiligungen eingehen, die eine längere Haltedauer vorsehen als das bisher möglich war. Diese Flexibilität geht zunächst allerdings zulasten des Ergebnisses aus der Fondsberatung, weil damit auch ein neues Vergütungsschema verbunden ist.

Erstmals berichtet die DBAG nach Segmenten und erhöht damit die Transparenz der Berichterstattung weiter. Das Ergebnis vor Steuern des Segments Private-Equity-Investments verminderte sich 2014/2015 angesichts des besonders hohen Abgangsergebnisses im Vorjahr auf 24,9 Millionen Euro nach zuvor 40,4 Millionen Euro; bereinigt um diesen Effekt ergibt sich im Vergleich ein deutlicher Anstieg des Segmentergebnisses. Das Segment Fondsberatung erreichte 2,2 Millionen Euro nach 8,0 Millionen Euro im Vorjahr. In dem Ergebnis wirkte sich neben der Veränderung beim Wachstumsfonds unter anderem die um einen Monat kürzere Berechnungsgrundlage für die Vergütung der Verwaltungs- und Beratungsleistungen aus.

Dividendenvorschlag 1,00 Euro je Aktie

Ungeachtet des Rückgangs im vergangenen Rumpfgeschäftsjahr sind die Erträge aus der Fondsberatung stabil und gut planbar. Ihr Wachstum in den vergangenen Jahren zeigt, wie sehr die Leistung des Investmentteams von den Investoren der DBAG-Fonds wertgeschätzt wird. Das Wachstum nimmt die DBAG zum Anlass, die Basisdividende von bisher 40 Eurocent auf 50 Eurocent je Aktie anzuheben. Weil es im Geschäftsjahr 2014/2015 keine wesentlichen Veräußerungen gab, entfällt die Grundlage für eine Sonderdividende. Allerdings besteht aus Veräußerungen in den vorangegangenen Geschäftsjahren ein Bilanzgewinn von 67,1 Millionen Euro. Aufsichtsrat und Vorstand schlagen daher vor, aus den in der Vergangenheit verdienten Mitteln für das Geschäftsjahr 2014/2015, in dem die DBAG auf „50 Jahre DBAG“ und „30 Jahre Börsennotierung“ zurückblicken konnte, eine Verdoppelung der Basisdividende zur Grundlage des Ausschüttungsvorschlags zu machen. Insgesamt soll damit – vorbehaltlich der Zustimmung durch die Hauptversammlung am 25. Februar 2016 – eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie ausgeschüttet werden. Der Dividendenvorschlag entspricht einer Ausschüttungsrendite von gut drei Prozent, gemessen am aktuellen Kurs; auf Basis des Eigenkapitals zu Beginn des Geschäftsjahres 2014/2015 beträgt sie rund fünf Prozent. Das ist mehr als im Durchschnitt des S-Dax oder Dax.

Start ins Geschäftsjahr 2015/2016 mit einer neuen Beteiligung

Im neuen Geschäftsjahr ist die DBAG bisher eine neue Beteiligung eingegangen. Der Erwerb des Telekommunikationsunternehmens Telio soll bis Jahresende abgeschlossen werden. „Wir wollen der Erwartung unserer Investoren gerecht werden und prüfen intensiv weitere Beteiligungsmöglichkeiten“, kündigte Vorstandssprecher Grede an. „Angesichts der gestiegenen Preise arbeiten wir daran, Entwicklungsmöglichkeiten potenzieller Portfoliounternehmen noch besser identifizieren und beurteilen zu können.“

Unternehmen im Portfolio der Deutschen Beteiligungs AG
1 Der Kauf des Unternehmens wurde im Nov. 2015 vereinbart, die Transaktion ist aber noch nicht vollzogen
UnternehmenBranche
Broetje-Automation GmbH Maschinen- und Anlagenbau
Cleanpart Group GmbH Industriedienstleistungen
Clyde-Bergemann-Gruppe Maschinen- und Anlagenbau
DNS:NET Internet Service GmbH IT, Medien, Telekommunikation
FDG-Gruppe Industriedienstleistungen
Formel D GmbH Automobilzulieferer
Gienanth GmbH Industrielle Komponenten
Grohmann Engineering GmbH Maschinen- und Anlagenbau
Heytex Bramsche GmbH Industrielle Komponenten
inexio Informationstechnologie und Telekommunikation KGaA IT, Medien, Telekommunikation
Infiana Group GmbH Industrielle Komponenten
JCK Holding GmbH Textil KG Konsumgüter
Novopress KG Maschinen- und Anlagenbau
Oechsler AG Automobilzulieferer
Pfaudler Process Solutions Group Maschinen- und Anlagenbau
Plant Systems & Services PSS GmbH Industriedienstleistungen
ProXES GmbH Maschinen- und Anlagenbau
Romaco-Gruppe Maschinen- und Anlagenbau
Schülerhilfe GmbH Dienstleistungen
Silbitz Group GmbH Industrielle Komponenten
Spheros GmbH Automobilzulieferer
Telio Communications GmbH1 IT, Medien, Telekommunikation
Unser Heimatbäcker GmbH Konsumgüter

 

Positiver Ausblick: Kurz- und mittelfristig höherer Portfoliowert

Für 2015/2016 erwartet der Vorstand einen deutlichen Anstieg des Konzernergebnisses im Vergleich zum Vorjahr. Basis für den Vergleich ist das um den Effekt aus veräußerten Beteiligungen bereinigte Konzernergebnis von 25,2 Millionen Euro. „Wir sind zuversichtlich, dass die Rendite auf das Eigenkapital je Aktie die Größenordnung der Eigenkapitalkosten und damit die Untergrenze unserer Zielsetzung für den langjährigen Durchschnitt deutlich übertrifft“, heißt es im heute veröffentlichten Geschäftsbericht.

Auch auf mittlere Sicht wird sich die DBAG positiv entwickeln. Auf Basis der in den Investitionsentscheidungen getroffenen Annahmen über die Wertentwicklung der Portfoliounternehmen geht der Vorstand von einem Anstieg des Portfoliowertes um mehr als zehn Prozent jährlich aus. Daraus soll im laufenden und in den beiden folgenden Geschäftsjahren jeweils ein Konzernergebnis erzielt werden, das zu einer im Durchschnitt deutlich höheren Rendite auf das Eigenkapital führen soll als 2014/2015.

Grundlage der Prognosen ist allerdings ein insgesamt stabiles wirtschaftliches Umfeld. „Gegen konjunkturelle Einflüsse sind unsere Portfoliounternehmen nicht immun“, sagte Vorstandssprecher Grede. „Verwerfungen und Stimmungsänderungen an den Kapitalmärkten können Unternehmensbewertungen rasch und deutlich verändern und so unser Jahresergebnis erheblich beeinflussen“, ergänzte Finanzvorstand Zeidler: „Beide Risiken haben sich nach unserer Einschätzung in den vergangenen Monaten erhöht.“