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ZIELE, STRATEGIE & STEUERUNG

LANGFRISTIGE STEIGERUNG DES UNTERNEHMENSWERTS

Das zentrale wirtschaftliche Ziel unserer Geschäftstätigkeit ist, den Unternehmenswert der Deutschen Beteiligungs AG langfristig zu steigern – mit Wertbeiträgen aus beiden Geschäftsfeldern, die sich gegenseitig positiv beeinflussen: Weil die DBAG an der Seite ihrer Fonds co-investiert, trägt ein erfolgreiches Beteiligungsgeschäft auch zum Erfolg der Fondsberatung bei, denn neue Fonds setzen Investitionserfolge für die bisherigen Investoren voraus.

Um unseren Erfolg zu ermitteln, betrachten wir – wie in der Private-Equity-Branche üblich – einen Zehnjahreszeitraum. Die Beteiligung an Unternehmen ist zeitlich begrenzt; unser Portfolio verändert sich deshalb fortlaufend. Diese Dynamik und der Einfluss externer Faktoren, beispielsweise des Kapitalmarkts, auf die Wertentwicklung bringen es mit sich, dass die Erfolge der DBAG von Jahr zu Jahr stark schwanken können. Unsere Erträge aus der Fondsberatung werden maßgeblich vom Auflegen neuer Fonds beeinflusst. Das geschieht etwa alle fünf Jahre; die Laufzeit eines Fonds beträgt zehn Jahre. Nur ein angemessen langer Betrachtungshorizont kann deshalb Aufschluss darüber geben, ob wir unser zentrales wirtschaftliches Ziel erreicht haben. Im Durchschnitt wollen wir das Eigenkapital je Aktie um einenWert steigern, der die Kosten des Eigenkapitals deutlich übertrifft.

FINANZIELLE ZIELE

Wertbeitrag aus Fondsberatung
Der Erfolg des Geschäftsfelds Fondsberatung setzt ein nennenswertes und mittelfristig steigendes verwaltetes beziehungsweise beratenes Vermögen voraus. Er ist gegeben, wenn die Erträge aus der Fondsberatung nachhaltig wachsen und den Aufwand des Geschäftsfelds übersteigen.

Steigerung des Wertes der Portfoliounternehmen
Das Geschäftsfeld Private-Equity-Investments liefert den größten Wertbeitrag. Daher wird der Unternehmenswert der DBAG in erster Linie vom Wert unserer Portfoliounternehmen bestimmt. Die DBAG begleitet ihre Portfoliounternehmen in einer Phase strategischer Weiterentwicklung. Wertsteigerungen, die sich in diesem Zeitraum aufbauen, werden überwiegend dann realisiert, wenn die Beteiligung beendet wird – mitunter aber auch bereits in Form laufender Ausschüttungen. Die angestrebten jährlichen Steigerungen des Eigenkapitalwertes eines Portfoliounternehmens (IRR , Internal Rate of Return) liegen bei rund 20 Prozent für Wachstumsfinanzierungen und 25 Prozent für Management-Buy-outs.

Teilhabe der Aktionäre
Die Aktionäre der DBAG sollen am Erfolg des Unternehmens beteiligt werden – durch stabile Dividenden, die, wann immer möglich, steigen sollen. Unser Geschäftsmodell bringt es mit sich, dass in einzelnen Jahren Investitionen, in anderen wiederum Beteiligungsveräußerungen überwiegen können. In Jahren hoher Mittelüberschüsse aus erfolgreichen Veräußerungen werden bei der Entscheidung über die Höhe der Ausschüttung der künftige Mittelbedarf für Co-Investitionen und die nachhaltige Dividendenfähigkeit eine wichtige Rolle spielen.

NICHTFINANZIELLE ZIELE

Unterstützung aussichtsreicher mittelständischer Geschäftsmodelle
Wir haben das Ziel, aussichtsreiche mittelständische Geschäftsmodelle zu unterstützen und geben unseren Portfoliounternehmen deshalb Raum für eine erfolgreiche strategische Weiterentwicklung. Sie sollen über den Investitionszeitraum hinaus gut aufgestellt sein. Denn nach unserer Auffassung ist der Wert unserer Portfoliounternehmen vor allem dann hoch, wenn gute Aussichten auf eine weitere positive Entwicklung nach dem Ende unserer Beteiligung bestehen.

Erhalt und Stärkung einer positiven Reputation am Beteiligungsmarkt
Indem wir unsere Portfoliounternehmen erfolgreich begleiten, wollen wir das Ansehen, das wir uns in fünf Jahrzehnten im Beteiligungsmarkt aufgebaut haben, stärken und unsere gute Reputation festigen. Wir sind insbesondere als Beteiligungspartner mittelständischer Familienunternehmen erfolgreich. Wir strukturieren deutlich mehr Buy-outs von Unternehmen, die zuvor in Familienhand waren, als andere Finanzinvestoren. Auch die angemessene Berücksichtigung der Interessen aller Anspruchsgruppen im Zusammenhang mit einer Unternehmensbeteiligung trägt dazu bei, unser Ansehen zu stärken.

Wertschätzung als Berater von Private-Equity-Fonds
Die Mittel der DBAG-Fonds sind ein wesentlicher Teil der Investitionsbasis der DBAG. Die Fonds werden als geschlossene Fonds aufgelegt; regelmäßig müssen Mittel für Nachfolgefonds eingeworben werden. Deshalb ist es wichtig, dass uns Investoren wertschätzen. Dies zeigt sich zum Beispiel an einem hohen Anteil von Investoren, die auch weitere Fonds zeichnen. Die Wertschätzung hängt nicht nur davon ab, ob wir eine angemessene Rendite erzielt haben. Entscheidend ist auch, ob wir als solide und vertrauenswürdig wahrgenommen werden. Wir legen entsprechend großen Wert auf einen offenen, vertrauensvollen Umgang mit den Gesellschaftern der Fonds.

STRATEGIE: BETEILIGUNG AN UNTERNEHMEN DES DEUTSCHEN MITTELSTANDS MIT ENTWICKLUNGSPOTENZIAL

Breites Spektrum von Investitionskriterien
Die DBAG investiert in etablierte Unternehmen mit bewährtem Geschäftsmodell. Damit schließen wir die Beteiligung an sehr jungen Unternehmen und solchen mit hohem Restrukturierungsbedarf aus. Portfoliounternehmen sollen über Entwicklungspotenzial verfügen, etwa durch eine Verbesserung ihrer strategischen Positionierung oder ihrer operativen Prozesse.

Kennzeichen solcher Unternehmen sind unter anderem

  • eine führende Stellung in ihrem Markt,
  • ein unternehmerisch agierendes Management,
  • eine große Innovationskraft und
  • zukunftsfähige Produkte.


Solche Unternehmen gibt es im deutschen Mittelstand in großer Zahl, etwa im

  • Maschinen- und Anlagenbau, in der
  • Automobilzulieferindustrie, unter
  • industriellen Dienstleistern und bei den Produzenten
  • industrieller Komponenten.


In diesen vier Kernsektoren besitzt das Investmentteam der DBAG besonders viel Erfahrung und Fachwissen: Rund 80 Prozent der Transaktionen der vergangenen 20 Jahre stammen aus unseren Kernsektoren. Hier können wir deshalb auch komplexe Transaktionen strukturieren, also zum Beispiel Ausgliederungen aus Konzernen und den Erwerb aus Konglomeraten oder von Unternehmen mit operativen Herausforderungen. Darüber hinaus finden wir auch in Sektoren wie Telekommunikation oder konsumnahe Dienstleistungen, die in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen haben, Unternehmen mit überzeugendem Potenzial. Regional konzentrieren wir uns auf Unternehmen mit Sitz oder Geschäftsschwerpunkt im deutschsprachigen Raum.

Bei unseren Investitionsentscheidungen berücksichtigen wir ein breites Spektrum von Kriterien. Grundsätzlich achten wir darauf, dass die Produkte und Dienstleistungen potenzieller Portfoliounternehmen auch Bedürfnisse befriedigen, die sich aus den im Wandel befindlichen ökonomischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ergeben.

Wir konzentrieren uns auf Unternehmen mittlerer Größe, das heißt mit einem Umsatz von etwa 50 bis 500 Millionen Euro im Jahr. Deren finanzschuldenfreier Wert liegt – ungeachtet der Beteiligungsform – meist zwischen 50 und 250 Millionen Euro. Beteiligungen an kleineren Unternehmen kommen in Betracht, wenn Potenzial für deutliches Wachstum vorhanden ist.

Der Eigenkapitaleinsatz bewegt sich je Transaktion zwischen zehn und rund 100 Millionen Euro. Auf die DBAG entfallen davon, dem Investitionsverhältnis zwischen Fonds und DBAG entsprechend, zwischen fünf und rund 20 Millionen Euro. Größere Transaktionen mit einem Eigenkapitaleinsatz von bis zu 200 Millionen Euro strukturieren wir mit dem Top-up Fund des DBAG Fund VII.

Wir streben ein diversifiziertes Portfolio an. Bei Beteiligungen an mehreren Unternehmen aus dem gleichen Sektor achten wir darauf, dass sie unterschiedliche Nischenmärkte bedienen oder in unterschiedlichen Regionen tätig sind. Die meisten unserer Portfoliounternehmen sind international aktiv. Dies gilt für ihre Absatzmärkte, zunehmend aber auch für ihre Produktionsstätten.

Viele unserer Portfoliounternehmen stellen Investitionsgüter her. Die Nachfrage nach diesen Produkten unterliegt stärkeren zyklischen Schwankungen. Beteiligungen an Unternehmen, deren Erfolg stärker an die Konsumnachfrage gekoppelt ist, mindern die Wirkung konjunktureller Zyklen auf den Wert des Portfolios insgesamt.

Investitionserfolg als Voraussetzung für Wachstum in beiden Geschäftsfeldern
In unserem Geschäftsfeld Fondsberatung streben wir an, dass der jeweilige Nachfolgefonds stets größer ist als der aktuelle Fonds. Dadurch wächst im mehrjährigen Durchschnitt die Summe des beratenen Vermögens. Damit wächst auch die Basis der Vergütung aus der Fondsberatung.

Die Investitionszusagen für einen (Nachfolge-)Fonds werden maßgeblich vom Erfolg des laufenden Fonds beeinflusst. Eine Steigerung des beratenen Vermögens setzt also unter anderem eine erfolgreiche Investitionstätigkeit voraus. Investoren schätzen darüber hinaus die Erfahrung, Größe und Vernetzung unseres Investmentteams.

Langfristig wächst der Portfoliowert und damit die Ertragsbasis für Wertsteigerungen aus dem Portfolio nur, wenn die DBAG an der Seite der Fonds investiert und anschließend das Wertsteigerungspotenzial in den Portfoliounternehmen erschlossen wird. Deshalb bestimmt der Investitionserfolg auch das Wachstum des Geschäftsfelds Private-Equity-Investments.

ZENTRALE ERFOLGSGRÖSSE: RENDITE AUF DAS EINGESETZTE KAPITAL

Unser Geschäft und seine Bilanzierung bringen es mit sich, dass der Unternehmenswert in einzelnen Jahren sinken kann, denn er bestimmt sich wesentlich aus dem Marktwert der Portfoliounternehmen zum jeweiligen Stichtag. Dieser Wert unterliegt jedoch auch Einflüssen außerhalb des Wirkungsbereichs der DBAG, etwa des Kapitalmarktes. Langfristig steigt der Unternehmenswert, wenn die Rendite auf das eingesetzte Kapital je Aktie im Durchschnitt von zum Beispiel zehn Jahren über den Eigenkapitalkosten liegt.

Die zentrale Erfolgsgröße ist also die Rendite auf das eingesetzte Kapital des Konzerns. Wir ermitteln sie aus dem Wert des Eigenkapitals je Aktie am Ende des Geschäftsjahres und des um die Ausschüttung verminderten Eigenkapitals zu Geschäftsjahresbeginn.

Die Eigenkapitalkosten  leiten wir einmal jährlich zum Bilanzstichtag nach dem sogenannten Capital Asset Pricing Model aus einem risikolosen Basiszinssatz und einem Risikozuschlag für das übernommene unternehmerische Risiko ab. Den Risikozuschlag bestimmen wir unter Berücksichtigung der Risikoprämie des Aktienmarktes sowie des individuellen Risikos der DBAG.

CONTROLLING: REGELMÄSSIGE BEURTEILUNG DER UNTERNEHMENSBETEILIGUNGEN UND DES INVESTITIONSERFOLGS DER DBAG-FONDS

Mittelfristige Wertentwicklung des Portfolios als wesentliche Orientierungsgröße
Wir steuern unser Geschäft nicht über klassische jahresbezogene Kenngrößen wie Umsatzrendite oder Ebit. Wesentliche Orientierungsgrößen sind stattdessen die mehrjährige Durchschnittsrendite auf das eingesetzte Kapital und die mittelfristige Entwicklung des Portfoliowertes. Letztere wird vom Investitionsfortschritt, der Wertentwicklung der einzelnen Beteiligungen und deren Realisierung beeinflusst. Auf Jahresebene messen wir die Entwicklung am Ergebnis aus dem Beteiligungsgeschäft und am Ergebnis vor Steuern, das wir im Geschäftsfeld Private-Equity-Investments erzielen.

Auf der Ebene der Portfoliounternehmen spielen die klassischen Kennzahlen hingegen eine unmittelbare Rolle: Mit unserer Investitionsentscheidung legen wir auf Basis der vom Management der Unternehmen entwickelten Geschäftspläne Zielwerte fest – etwa für die Entwicklung von Umsatz, Profitabilität und Verschuldung. Während der Beteiligungsphase bewerten wir die Unternehmen anhand aktueller Finanzdaten quartalsweise. Auf dieser Grundlage verfolgen wir ihre Entwicklung im Vergleich zu den Vorjahren und zu ihrem Budget.

Beurteilung der Fondsberatung anhand üblicher Kennzahlen der Private-Equity-Branche
Der Erfolg im Geschäftsfeld Fondsberatung bestimmt sich maßgeblich aus der Entwicklung des Volumens der DBAG-Fonds und des insgesamt beratenen Vermögens. Das Volumen der DBAG-Fonds bestimmt die Erträge aus der Fondsberatung. Das Ergebnis vor Steuern in der Fondsberatung wird neben den Erträgen maßgeblich vom Aufwand für das Finden der Beteiligungsmöglichkeiten, die Begleitung der Portfoliounternehmen und deren Veräußerung beeinflusst.

ERFOLGSSICHERUNG: EINBINDUNG DES VORSTANDS IN ALLE RELEVANTEN OPERATIVEN PROZESSE

In die Kernprozesse des DBAG-Geschäfts sind auch Vorstandsmitglieder involviert. Sie engagieren sich insbesondere bei der Generierung von Beteiligungsmöglichkeiten sowie der Prüfung und Verhandlung von Unternehmenskäufen und -verkäufen.

Ein wichtiges Instrument zur Erfolgssicherung ist das Risikomanagementsystem. Die Erkenntnisse aus dem Risikomanagement fließen laufend in die Erörterungen über die Situation der Portfoliounternehmen ein.